Titel: Brumlen's Verfahren der Bleiweißfabrication.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 159/Miszelle 7 (S. 237–238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj159/mi159mi03_7

Brumlen's Verfahren der Bleiweißfabrication.

Statt des Bleiweißes wird jetzt vielfältig basisches Chlorblei verwendet, das man durch Behandlung von neutralem Chlorblei mit basisch-essigsaurem Blei erhält. Das basische Chlorblei ist bedeutend unlöslicher in Wasser als das neutrale, und deckt wegen seiner unkrystallinischen Form vortrefflich, während das neutrale Chlorblei dieß gar nicht thut. Man stellt sich, nach Hrn. Ludwig Brumlen zu Newyork, zuerst fein granulirtes Blei dar, das man erhält, indem man geschmolzenes Blei durch ein fein durchlöchertes Gefäß oder ein Sieb in Wasser gießt. Mit den so erhaltenen feinen Bändern und Fäden füllt man drei übereinander stehende Holzgefäße, 5 Fuß weit und 2 Fuß tief, die mit Hähnen am Boden versehen sind. Man gießt nun auf das oberste Gefäß mäßig starke Essigsäure (die per Unze 20 Gran kohlensaures Kali sättigt), oder eine Auflösung von Bleizucker, die etwa 5% des Salzes enthält. Nach kurzem Verweilen läßt man die Flüssigkeit in den zweiten, und von diesem in den dritten Bottich ab, um sie endlich in einem Vorrathsbehälter aufzufangen. Das so befeuchtete Blei oxydirt sich ungemein rasch, und wenn man daher |238| die gebrauchte Essigsäure wieder aufpumpt, so bildet sich zuerst Bleizucker, und bei Wieholung der Operation endlich basisch-essigsaures Bleioxyd. Nimmt man schon gebildeten Bleizücker, so findet der Uebergang in basisches Salz um so schneller statt. Man sieht, daß hier ganz der altbekannte Proceß vorliegt, den man schon früher zur Darstellung von Bleizucker etc. anwendete. Der Erfinder gibt auch an, daß man ebensogut Bleiglätte direct in Essigsäure auflösen könne.

Aus der erhaltenen Bleizuckerlösung wird nun durch vorsichtigen Zusatz von Salzsäure zuerst neutrales Chlorblei gefällt; die erhaltene Flüssigkeit und die Waschwasser können statt frischer Essigsäure verwendet werden. Das ausgewaschene Chlorblei wird alsdann mit basisch-essigsaurem Bleioxyd so lange digerirt, bis es durch Aufnahme von Bleioxyd aus letzterem Salze in basisches Chlorblei übergegangen ist, worauf man die klare Flüssigkeit, welche nun wieder neutralen Bleizucker enthält, abzieht, den Niederschlag auswäscht, trocknet und in den Handel bringt. Auch die zuletzt erhaltene Bleizuckerlösung wird, wie frische, zur Darstellung von basisch-essigsaurem Blei benutzt, so daß also von der kostspieligen Essigsäure nur durch Verzettelung etwas verloren gehen kann. (Mining Journal; Breslauer Gewerbeblatt, 1861, Nr. 2.)

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