Titel: Darstellung eines purpurblauen Farbstoffs aus Indigo; von L. und E. Boilley in Paris.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 159/Miszelle 10 (S. 317–318)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj159/mi159mi04_10
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Darstellung eines purpurblauen Farbstoffs aus Indigo; von L. und E. Boilley in Paris.

Die Genannten bereiten einen Farbstoff aus Indigo nach folgendem Verfahren (patentirt in England für J. H. Johnson am 24. März 1860): Man nimmt von wasserfreiem zweifach-schwefelsaurem Natron das 10 bis 20fache Gewicht des zu behandelnden Indigos, erhitzt dasselbe, so daß es schmilzt, und erhält es im geschmolzenen Zustande bei 200 bis 300° C. In das geschmolzene Salz wird der pulverisirte und gesiebte Indigo nach und nach eingetragen, indem man dabei beständig umrührt, damit er sich nicht am Boden des Gefäßes ansetzt. Diese Behandlung kann in einem Gefäß von Gußeisen, Platin, oder Porzellan vorgenommen werden. Die Masse bläht sich auf, entwickelt Gas und nimmt eine dunkle Farbe an. Von Zeit zu Zeit nimmt man eine kleine Probe heraus, bringt sie in Wasser, und sieht zu, ob dasselbe Violettroth wird; wenn dieß der Fall ist, unterbricht man die Operation. Die Masse, welche nun eine teigartige Beschaffenheit angenommen hat, wird sodann in eine große Menge Wasser (das 70- bis 80fache Gewicht der Mischung) gebracht und durch Umrühren mit demselben vermischt. Dieser Mischung fügt man sodann Kochsalz (etwa 2 Pfd. auf 1 Pfd. der Mischung) hinzu, worauf beim Erkalten sich das Product im unreinen Zustande niederschlägt. Dieses Product ist ein Purpurblau von eigenthümlicher Art, welches man nur mit Salzwasser zu waschen braucht, um es in genügender Reinheit für den Gebrauch zu erhalten. Zuletzt wird es auf einem Filter gesammelt und getrocknet. Außer diesem Purpurblau entsteht noch eine schwärzliche oder grünliche Masse, welche sich langsamer absetzt und deßhalb eine obere Schicht des Niederschlags bildet, die man beseitigen muß.

Wenn man statt reinen Indigos den unreinen Indigo des Handels nach dem beschriebenen Verfahren behandelt, so erfordert die Operation eine längere Zeit und eine höhere Temperatur. (London Journal arts, Januar 1861, S. 27.)

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