Titel: Verfahren, Farbstoffe mittelst Leim oder Gerbsäure auf Geweben etc. zu fixiren, von John Lightfoot in Accrington.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 159/Miszelle 11 (S. 318–319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj159/mi159mi04_11

Verfahren, Farbstoffe mittelst Leim oder Gerbsäure auf Geweben etc. zu fixiren, von John Lightfoot in Accrington.

Um unlösliche Farbstoffe auf Geweben oder Garn zu fixiren, kann man in folgender Art verfahren. Man macht eine Lösung von gutem Leim in Wasser in dem Verhältniß von etwa 3 Th. des ersteren auf 10 Th. des letzteren, fügt den Farbstoff, z.B. die Lackfarbe, hinzu und druckt auf. Nachher dämpft man die Waare in derselben Art wie für Dampffarben und passirt sie sodann durch die Lösung eines Quecksilbersalzes oder durch basisch-essigsaures Bleioxyd. In dieser Weise können auch manche lösliche Farbstoffe vorteilhaft fixirt werden. Wenn man das Gelatiniren des Leims vermeiden will, versetzt man die Farbe per Gallon (10 Maaßpfund) mit 2 bis 4 Pfd. salpetersaurem Natron oder salpetersaurem Kali.

Man kann auch Leim statt Stärke, Gummi etc. als Verdickungs- oder Fixirungsmittel für Murexidfarben benutzen. In diesem Falle vermischt man die Leimlösung per Gallon mit 2 bis 4 Pfd. salpetersaurem Bleioxyd und fügt dann Murexid oder Murexan in derjenigen Quantität, welche zur Erzielung der beabsichtigten Nüance nothwendig ist, hinzu. Man druckt die Farbe auf, trocknet, passirt die Waare durch Ammoniakdämpfe oder durch eine Ammoniaklösung, wäscht etwas und behandelt sie sodann mit der Lösung eines Quecksilbersalzes. Bei diesem Verfahren schlägt das Murexid sich mit der Leimquecksilberverbindung nieder. Man kann nach diesem Verfahren auch andere Farbstoffe fixiren. Indem man zugleich mit Murexid Ultramarin anwendet, erhält man schöne und dauerhafte gemischte Farben.

Ein anderes Verfahren, Murexid durch Leim zu fixiren, besteht darin, daß man den Zeug nach dem Bedrucken durch eine verdünnte Lösung von weinstein-zinnsaurem Natron (durch Neutralisiren von zinnsaurem Natron mit Weinsteinsäure dargestellt) passirt, wobei ein Murexidlack in Verbindung mit dem Leim gefällt wird.

Als Mordant für die aus Anilin oder anderen ähnlichen Stoffen erzeugten Farben kann man Gerbsäure entweder für sich allein oder zugleich mit Leim benutzen. Im ersteren |319| Falle imprägnirt man die Waare mit einem Auszug von Galläpfeln, Sumach etc., ringt aus, trocknet und färbt in der gewöhnlichen Manier mit den Anilinfarben, oder man unterläßt das Trocknen und färbt nach dem Ausringen und Waschen. Im zweiten Falle imprägnirt man die Waare mit Leimauflösung und nachher mit einer gerbsäurehaltigen Flüssigkeit oder erst mit dieser und dann mit jener, worauf nachher mit oder ohne vorausgehendes Trocknen gefärbt wird. – Patentirt in England am 25. Februar 1860. (Repertory of Patent-Inventions. November 1860, S. 404; polytechnisches Centralblatt, 1861 S. 286.)

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