Titel: Der Stall als Treibhaus.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 159/Miszelle 15 (S. 320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj159/mi159mi04_15

Der Stall als Treibhaus.

In dem fiamändischen agronomischen Journal Akkerbow findet sich eine Beschreibung über die Benützung des Stalles als Treibhaus, der wir Folgendes entnehmen.

Die Benützung des Kuhstalls als Treibhaus, um Weintrauben und Erdbeeren zu produciren, ist ein Gedanke, der ungefähr im Jahr 1847 bei einem reichen Engländer erwachte, von diesem realisirt wnrde und nunmehr seit einer Reihe von Jahren die schönsten Erfolge gewährt. General Langermann, Gutsbesitzer zu Provedroux (im Lütticher Kreise), sah auf einer Reise durch England solche Treibhaus-Ställe, die durch frühe Früchte bedeutende Renten abwerfen, und gab eine Beschreibung davon. Die Temperatur der Treibhäuser ist genau die der Ställe, wie solche seyn sollten, um der Gesundheit des Viehs zuträglich zu seyn; die von den Thieren entwickelte Wärme ist somit vollkommen zum Gedeihen der Pflanzen geeignet. Die Ställe werden der Gesundheit des Viehs um so zuträglicher seyn, je mehr sie die Eigenschaft besitzen, ausgelüftet werden zu können, ohne daß dabei die Thiere dem Luftzug ausgesetzt werden; daher der Vorzug hoher Stallungen, und da die warme Luft sich in die Höhe zieht, so erhellt daraus, daß die Luftschicht, in der der Weinstock Früchte tragen wird, und die Stellen, auf welchen Erdbeeren cultivirt werden können, gerade die höchsten Theile des Stalles sind, somit außerhalb des Bereiches des Viehs liegen.

Ein Theil des Stalles muß ein Glasdach haben und es wird nun abwechslungsweise ein Trieb von einer Rebe, welche in einer auf Mauerwerk ruhenden Abdachung (außerhalb des Stalles) gepflanzt ist, in das Innere des Stalles an dem Glasdach hingezogen, um hier Früchte zu tragen, während dieser Trieb das nächste Jahr außen bleibt, um eine zuträgliche Ruhe zu genießen, da es ja eine längst anerkannte Thatsache ist, daß diese Abwechslung die Weinreben in langer Fruchtbarkeit erhält. Die Erdbeeren werden in Kübeln oder Kisten auf in entsprechender Höhe angebrachten Gesimsen aufgestellt. (Württembergisches Wochenblatt für Land- und Forstwissenschaft, 1860, Nr. 52.)

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