Titel: Darstellung reinen Aetzkalis, nach Franz Schulze.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 159/Miszelle 4 (S. 315)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj159/mi159mi04_4

Darstellung reinen Aetzkalis, nach Franz Schulze.

Man füllt einen kupfernen Tiegel mit einem Gemenge reinen Salpeters und der dreifachen Gewichtsmenge reinen Eisenoxyds (aus oxalsaurem Eisenoxydul dargestellt). Durch den in der Mitte durchbohrten Tiegeldeckel führt ein kupfernes Rohr bis auf den Boden des Tiegels. Während nun der Tiegel bis zum schwachen Rothglühen erhitzt ist (wozu bei einem Versuche im kleineren Maaßstabe mit einer Portion von etwa 60 bis 80 Grm. Salpeter zwei Bunsen'sche Gasbrenner ausreichen), leitet man aus einem Gasometer Wasserstoffgas, welches einige U-Röhren mit reinigenden Gemischen passirt hat, durch das Kupferrohr in den Tiegel, indem man darauf achtet, daß kein Wasserstoffgas ungenutzt aus dem Tiegel entweicht. Die Salpetersäure wird sehr leicht zersetzt, indem ein Theil ihres Stickstoffes zu Ammoniak wird. Das Kali befindet sich nach beendigtem Versuche an Eisenoxyd gebunden. Das überschüssige Eisenoxyd ist nöthig, um dem Gemische die nöthige Lockerheit zu geben. Das nach dem Auswaschen des Kalis mit Wasser zurückbleibende Eisenoxyd ist immer wieder zu gebrauchen, es wird sogar durch jedesmalige Anwendung reiner. Vertheuert ist die Darstellung des Kalis auf diesem Wege hauptsächlich durch das Wasserstoffgas, da mindestens 5 Atome desselben auf 1 Atom Kali consumirt werden. Es berechnen sich auf 1 Pfd. Kalihydrat über 1,8 Pfd. Salpeter, 2,85 Pfd. Zink und 4,35 Pfd. concentrirte Schwefelsäure. Von letzteren Materialien hat der Verf. in der Regel fast das Doppelte nöthig gehabt. (Chemisches Centralblatt, 1861, Nr. 1.)

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