Titel: Reiche Silberbergwerke in Californien.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 159/Miszelle 4 (S. 396)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj159/mi159mi05_4

Reiche Silberbergwerke in Californien.68)

Die Washoe-Silbergruben liegen an dem östlichen Abhange der Sierra Nevada, in ungefähr 30 Gr. 25 M. n. Br. und etwa 10 (engl.) Meilen vom Washoe-Thale (Nevada-Territorium) und 8 (engl.) Meilen von dem Carsonflusse. An diesem Punkte haben wenigstens die Hauptentdeckungen stattgefunden, obwohl alle Anzeichen dafür sprechen, daß ein großer Theil des umliegenden Landes auf meilenweite Erstreckung sich silber- und goldhaltig zeigen wird. Zu Virginia-City oder Silver-Hill, wie der Ort auch genannt wird, sind Gruben auf wenige Yards Länge eröffnet, die einen unglaublichen Reichthum an Silber, manchmal auch an Gold ergeben haben. Beide Metalle finden sich auf demselben Gange, unregelmäßig mit einander gemengt, indem an einzelnen Stellen von beiden ziemlich gleiche Theile, an anderen auf 1 Theil Gold etwa 3 Theile Silber im Erze enthalten sind. Eine Analyse des Erzes von diesem Punkte ergab per Toune 2939 Dollars Werth an Gold und 2857 Dollars an Silber, während ein schwarzer Sand von einer in der Nähe befindlichen Wäsche per Tonne 3000 Dollars in Silber und 300 Dollars in Gold lieferte. Die Grube, die jetzt bearbeitet wird, gehört einer Gesellschaft, deren Agent und Theilhaber die Firma Donald, Davidson und Comp. in St. Franzisco ist. Ungefähr 40 Tonnen Erze sind von dort nach St. Franzisco gesandt, von wo wieder eine kleine Partie über Panama und New-York nach Havre verschifft worden ist, um dort probirt zu werden. Die Analysen, die hier gemacht, lassen keinen Zweifel, daß das Erz von 3000 bis 6000 Dollars per Tonne ergeben wird. Vor Eintritt des ungünstigen Wetters hofft man 75–100 Tonnen nach St. Franzisco schaffen zu können. Der Umstand, daß die Fracht bis dorthin derzeit noch 100 Dollars per Tonne beträgt, hat zu einigen rohen Versuchen, das Erz an der Grube zu verschmelzen geführt, die theilweise von Erfolg gewesen sind.

Der Correspondent der New-York-Times schreibt vom 5. November v. J. Folgendes: „Die Washoe- oder besser Carson-Thal-Gruben übertreffen bei weitem die weltberühmten Silbergruben von Peru und Chili. Der jetzt in Angriff genommene Gang liegt hart an der Grenze von Californien im Utah-Territorium, etwa 175 engl. Meilen von Sacramento-City, für Maulthiere vollständig zugänglich, von welchen jetzt über 400 den Verkehr mit dem Salzsee vermitteln. Die Gruben wurden durch einen gewissen Comstock, jetzt in St. Franzisco entdeckt, der, wie gewöhnlich, seine Ansprüche an verschiedene Unternehmer für geringe Beträge verkaufte. Eine unter dem Namen Walsh-Compagnie bekannte Gesellschaft fördert täglich 2 Tonnen reines Erz, und nebenbei mehrere Tonnen des als Muttergestein auftretenden Quarzes, welcher nach mexikanischer Art amalgamirt, immer noch über 400 Dollars täglich ergibt. Das Gold, welches an der Oberfläche reichlich beigemischt war, verschwindet nach der Teufe immer mehr und wird durch Silber ersetzt.

Die Ader ist über 1000 Fuß weit verfolgt worden. Die Walsh-Compagnie besitzt im Ganzen ein Feld von 1400 Fuß Länge; hierauf folgen Bryant und Raymond, die 50 Fuß, den Fuß zu 400 Dollars, erworben haben, während von ihnen schon 13 Tonnen nach St. Franzisco verladen sind, die circa 3000 Dollars per Tonne werth.

Von der Walsh-Compagnie sind 28 Tonnen nach St. Franzisco gesendet worden, und noch 12 Tonnen liegen zum Verladen bereit. Alles dieses Erz enthält Gold und Silber neben einander und wird mit 2500–6000 Dollars per Tonne bezahlt. (Mining Journal, 1860, S. 907; Wochenschrift des schlesischen Vereins für Berg- und Hüttenwesen, 1861, Nr. 5.)

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Man s. die frühere Notiz im polytechn. Journal Bd. CLVI S. 461.

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