Titel: Ein neues Waschverfahren für goldhaltige Erden.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 159/Miszelle 5 (S. 396–397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj159/mi159mi05_5
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Ein neues Waschverfahren für goldhaltige Erden.

Blake beschreibt ein neues Waschverfahren, welches vor einiger Zeit in Californien zur Trennung der goldführenden Erden und des Sandes eingeführt wurde. Die Einfachheit und Wirksamkeit dieser Methode wird ihr ohne Zweifel allgemeinere Anwendung verschaffen und das Schlämmen der Mineralien nach derselben würde von Bedeutung seyn. Das Verfahren besteht darin, einen Wasserstrahl unter starkem Druck in die goldführende Erde zu spritzen, welche dadurch unterhöhlt und ausgewaschen wird. Um dieß zu bewirken, wird das Wasser, welches aus einer Röhre, ähnlich dem Steigrohe einer Feuerspritze, dringt, gegen die Grundlage einer Erd- oder Sandschicht gerichtet, um sie zu untergraben. Wenn der Einsturz erfolgt, dient das Wasser, die Theile des Goldes von dem feinen Sande und der Erde zu trennen, welche es umgeben; und diese wird mit dem Sande durch die Strömung in lange Canäle fortgerissen, wo das Gold sich unverzüglich in Folge seiner größeren Dichte niederschlägt. Man gewinnt und verwäscht, um das Gold davon zu sondern, auf diese Weise 100 Tonnen Erde und Sand mit größerer Leichtigkeit, als 10 Tonnen nach dem alten Systeme. Das Wasser vollendet die ganze Arbeit, es reißt die Erde von der Seite der Hügel ohne Hülfe von Grabscheiten weg; es reißt sie hinweg und verwäscht sie in einer Arbeit, während bei der Sonderung mit der Hand diese beiden Theile der Operation nothwendiger Weise getrennt sind. Den Druck erzeugt einfach das Gewicht des Wassers, welches von einem höheren Reservoir herabkommt. Man benutzt eine Wassersäule von 60 bis 100 Fuß, je nach den Umständen.

Das Auftauchen dieses Verfahrens hat in Californien die Goldgräberei umgestaltet und derselben neuen Aufschwung gegeben, indem sie die Ausbeutung ausgedehnter goldreicher Gebiete gestattet. Das Wasser ist ein kostbarer Gehülfe in einem Lande, wo Handarbeit so theuer ist. Bei einer Röhrenmündung von 1 bis 1 1/2. Zoll Weite und unter einem Druck einer Wassersäule von 90 Fuß Höhe fördert und verwäscht ein Kind so viel goldführende Erde in einem Tage, als 10 bis 15 Mann ohne diese Beihülfe. Unter den Verhältnissen Nord-Carolina's kann eine solche Vorrichtung täglich mehr als 1000 Bushel (ungefähr 36 Kubikcentimeter) fördern und verwaschen. Bei diesem Verfahren muß man nicht allein auf die Druckhöhe, sondern auch auf das Volumen des Wassers Rücksicht nehmen, weil eine beträchtlichere Menge die Erde leichter losreißt besser verwäscht und eine vollkommenere Scheidung bewirkt. (Oesterreichische Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen, 1860, Nr. 50.)

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