Titel: Den Hohlspiegel als Stereoskop zu gebrauchen; vom Postmeister Schmalenberger in Ellwangen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 159/Miszelle 11 (S. 467–468)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj159/mi159mi06_11

Den Hohlspiegel als Stereoskop zu gebrauchen; vom Postmeister Schmalenberger in Ellwangen.

Bis jetzt scheint noch Niemand darauf gekommen zu seyn – wenigstens erwähnen die neuesten Schriften über Stereoskopie nichts hievon – daß Stereoskopbilder mittelst des Hohlspiegels, oder in Ermangelung eines solchen mit einem sogenannten Rasirspiegel, recht schön stereoskopisch sich darstellen. Ich veröffentliche darüber das Nähere um so mehr, als diese Darstellungsweise, von sachverständigen Technikern aufgefaßt, eine weitere Vervollkommnung verspricht.

Ein Hohlspiegel wird so an ein Fenster aufgehängt, daß er vom einfallenden Lichte absieht; diesem Hohlspiegel entgegen wird nun in der Entfernung über seinen Brennpunkt hinaus ein stereoskopisches Bild verkehrt gehalten. So wie sich das Bild dem Auge stereoskopisch deutlich und aufrecht darstellt, tritt man weiter zurück, ohne jedoch die Entfernung des Bildes vom Spiegel zu verrücken. Je nachdem man nun seinen Abstand nimmt, hat man es ganz in der Hand, durch die Verschiedenheit der Entfernungsverhältnisse das Bild von einer niedlichen Devise bis zu einer riesenhaften Größe zu verwandeln. Noch schöneren Effect gibt es, wenn vor die Augen ein gutes Panoramaglas – ein Meniscus ist hier zu empfehlen – gehalten wird.

Bei dieser Art treten die Bilder in eine fernere und schönere Perspective als es sonst bei dem gewöhnlichen Stereoskopkästchen der Fall ist. Der Hohlspiegel muß wenigstens fünf Zoll im Durchmesser haben, so wie auch das Panoramaglas so groß seyn, daß beide Augen zugleich hindurchsehen können.

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Durch zweckmäßige Fassung dieser optischen Hülfsmittel, wobei zugleich das störende Licht abgehalten wird, auch die Entfernungen verschieden zwischen Bild, dem Spiegel, dem Glase und dem Auge hervorgebracht und festgestellt werden können, gewinnt diese Darstellungsweise wesentlich. (Würzburger gemeinnützige Wochenschrift, 1861 S. 28.)

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