Titel: Stahlfabrication nach der Bessemer'schen Methode in Sheffield.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 159/Miszelle 2 (S. 462–463)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj159/mi159mi06_2

Stahlfabrication nach der Bessemer'schen Methode in Sheffield.

Hr. Geheimer Regierungs-Rath Wedding in Berlin theilte in der Versammlung der Mitglieder des Vereins für Gewerbfleiß in Preußen, welche im Monate December v. J. statt fand, Reisenotizen aus England mit. Darnach wird in Sheffield, dem Sitze der großartigen Stahlwaaren-Fabrication, zur Herstellung des Stahls nach der Bessemer'schen |463| Methode gutes schwefel- und phosphorfreies schwedisches Roheisen in einem Flammofen nieder geschmolzen, in einen Grapen abgestochen und hierauf in ein birnenförmiges Gefäß von Gußeisen entleert. In dem Boden dieses Gefäßes ist ein solcher aus gelochten Chamottsteinen eingesetzt, und der Raum zwischen den beiden Böden durch Seitencanäle mit den hohlen Zapfen in Verbindung gebracht, die zur Unterstützung des Gefäßes und seines Inhalts dienen, und um welche dasselbe gewendet werden kann.

Die Eingußmündung des Gefäßes ist zur Seite abgebogen, so daß das eingetragene flüssige Metall den Chamottboden erst dann bedeckt, wenn das Gefäß aufgekippt wird. Sofort wird aber auch von einer 25pferdigen Dampfmaschine atmosphärische Luft durch das flüssige Metall durchgetrieben, und dieser Proceß während 25 Minuten fortgesetzt, um nach Abstellung des Gebläses als Gußstahl in Formen abgegossen zu werden. In 2 1/4 Stunden wurden circa 2500 Pfd. bearbeitet, bei einem Abgange von circa 20 Proc. Der Preis des Bessemer'schen Stahles ist zwei Drittel des gewöhnlichen. (Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des Gewerbfleißes in Preußen, 1860 S. 276.)

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