Titel: Analyse eines altrömischen Metallspiegels; von A. Souchay.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 159/Miszelle 3 (S. 463)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj159/mi159mi06_3

Analyse eines altrömischen Metallspiegels; von A. Souchay.

Von dem Secretär des Vereins für nassauische Alterthumskunde und Geschichtsforschung, Hrn. Dr. Rossel, erhielt ich ein Bruchstück eines zu Kleinwinternheim bei Mainz aufgefundenen altrömischen Metallspiegels. Das Spiegelmetall war von grauweißer Farbe mit einem Stich ins Röthliche, theilweise mit Grünspan bedeckt. Es wurde von der Feile ziemlich leicht angegriffen und zeigte an den angefeilten Stellen lebhaften Glanz. Die Legirung war unter dem Hammer spröde, ihr Bruch feinkörnig. Auf den Bruchflächen zeigten sich hie und da Höhlungen, welche mit kleinen runden weißen Metallkügelchen erfüllt waren.

Das spec. Gewicht der Legirung war 9,21. Die Analyse lieferte folgende Resultate:

Zinn 19,05
Blei 17,29
Kupfer 63,39
–––––
99,73

Die Legirung scheint somit durch Zusammenschmelzen von 1 Th. Zinn, 1 Th. Blei und 3 Th. Kupfer, und (da sich Kügelchen der leichter schmelzbaren Metalle in Höhlungen ausgeschieden hatten) nicht eben mit großer Kunst bereitet worden zu seyn.

Allem Anscheine nach rührt das Bruchstück von einem kleinen ordinären Spiegel her, denn die besseren Spiegel wurden wohl in der Regel nur aus Kupfer und Zinn dargestellt. (Journal für praktische Chemie, Bd. LXXXII S. 275.)

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