Titel: Ueber Rousseau's neues Verfahren der Rübenzuckerfabrication; von C. Barreswil.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 159/Miszelle 7 (S. 464–465)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj159/mi159mi06_7

Ueber Rousseau's neues Verfahren der Rübenzuckerfabrication; von C. Barreswil.

Ueber das (vorstehend S. 454 mitgetheilte) Verfahren von Rousseau werden gegenwärtig Versuche angestellt, welche ergeben werden was man davon zu erwarten hat. Ich will mir hiemit nur eine kritische Bemerkung erlauben. Wenn ich den Erfinder recht verstanden habe, schreibt er dem Eisenoxyd die Eigenschaft zu, dem Wasser den schwefelsauren Kalk zu entziehen, welchen dasselbe aufgelöst enthält. Ich habe bezüglich dieser Behauptung Versuche angestellt, und das angegebene Resultat nicht erhalten. Das Eisenoxydhydrat, welches sowohl in der Kälte, als in der Wärme, mit Wasser geschüttelt wurde, worin schwefelsaurer Kalk aufgelöst war, fällte dieses Kalksalz nicht, wenigstens wenn ich mein Eisenoxyd mittelst Eisenchlorid und Ammoniak bereitet hatte. Einmal erhielt ich allerdings ein Resultat, welches mit Rousseau's Angabe übereinstimmte; alsdann hatte ich aber als Fällungsmittel des Eisens das kohlensaure Natron angewandt, welches von dem gefällten Eisenoxyd hartnäckig zurückgehalten wird. Ich glaube, daß sich durch die Gegenwart einer solchen Verunreinigung das Resultat meines negativen Versuches erklären läßt.87)

|465|

Nach Lassaigne lösen 1000 Theile Wasser 3 Th. Gyps auf (und es ist nicht wahrscheinlich, daß der Zuckersaft von demselben weniger auflöst). Hiernach kann ein Hektoliter Runkelrübensaft nach der Scheidung 300 Gramme schwefelsauren Kalk enthalten; wenn nun dieses Kalksalz von dem Eisenoxyd nicht zurückgehalten wird, so veranlaßt ein Theil desselben Hindernisse beim Verdampfen, und wenn es, wie ich nach dem angeführten Versuch annehmen muß, durch ein Alkalifalz entfernt wird, so ist noch Mehr zu befürchten daß das lösliche Salz, wodurch es in der Flüssigkeit ersetzt wurde, eine Vermehrung der Melasse veranlaßt. (Répertoire de Chimie appliquée, März 1861, S. 102.)

|464|

In den Zuckersäften könnte jedoch der Hergang scheinbar ein anderer seyn. Es ist nämlich möglich, daß bei der Scheidung mittelst Gyps ein Theil der Schwefelsäure frei gemacht wird, und daß diesen das Eisenoxyd später absorbirt, um ein basisches Salz zu bilden.

Barreswil.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: