Titel: Cart's Verfahren zum Verbinden der Heizröhren von Dampfkesseln.
Autor: Cart,
Fundstelle: 1861, Band 160, Nr. II. (S. 4–5)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj160/ar160002

II. Verfahren zum Verbinden der Heizröhren von Dampfkesseln, vom Mechaniker Cart in Paris.

Aus Armengaud's Génie industriel, Februar 1861, S. 82.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Die bisherige Methode die Heizröhren der Dampfkessel in die durchlöcherte Scheidewand einzusetzen, besteht bekanntlich im Eintreiben eines Ringes in das Ende des Rohres, bis eine Art Niet dadurch gebildet wird.

Es folgt hieraus die Nothwendigkeit, bei Entstehung von Undichtheiten und wenn das Rohr entfernt werden soll, den Ring zu zerhauen und mit Hammerschlägen die Kesselwand zu erschüttern, woraus mancherlei Uebelstände entstehen müssen.

Außerdem ist die Ersetzung einer Röhre durch eine andere sehr mühsam und zeitraubend, und endlich leidet der Kessel durch die häufige Wiederholung dieser Operationen sehr erheblich.

Cart's System (patentirt in Frankreich am 7. Februar 1860) vermeidet alle diese Uebelstände, so daß in Folge seiner Anwendung die Dampfkessel eine weit größere Dauer haben müssen.

Man bringt nämlich zunächst in das Ende der Röhre einen Metallring, welcher schräg durchgeschnitten und außen ganz glatt ist, um genau dem Durchmesser der Röhren zu entsprechen. Dieser Ring ist innen schwach conisch und wenn erforderlich mit Windungen versehen, um als Mutter für einen einzuführenden zweiten Metallring zu dienen, welcher in Folge des Eintreibens in den ersteren denselben erweitert und mithin die Oeffnung der Röhre selbst dicht in die Oeffnung die sie ausfüllen soll, eindrückt.

Das Eintreiben des zweiten Ringes in den ersten geschieht nicht plötzlich, mit Hammerschlägen, sondern einfach durch einen viereckigen oder sechseckigen Schlüssel, der je nach der Form des Ringes von außen oder von innen angesetzt wird. Ist der erstere der Ringe nicht mit Windungen versehen, so muß man die Dichtung mit Hülfe einer Schraubenmutter bewirken, die man an das Ende des Ringes ansetzt und die durch den Conus selbst den Ring erweitert und die Röhre dichtet.

Die Figuren 37 bis 42 stellen diese neue Art der Röhrenverbindung dar.

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Fig. 37 ist der Durchschnitt des eisernen Rohres in seiner Verbindung mit der Kesselwand nach dem neuen System; Fig. 38 ist die Vorderansicht desselben.

Figur 39 und 40 stellen dasselbe nur mit etwas veränderter Construction des Conus dar.

Fig. 41 und 42 stellen die Verbindung unter Anwendung eines Rohres mit conischem Ringe dar.

Die Einfachheit dieser Methode ersieht man hieraus sehr leicht. Die eiserne Röhre A tritt etwas über die Kesselwandung P vor und erhält einen Ring B, welcher schräg gespalten ist; in diesen wird der zweite Ring C, in seiner ganzen Länge mit Schraubenwindungen versehen und innen viereckig ausgeschnitten, eingeführt, wozu ein ebenso geformter Schlüssel dient.

In Fig. 39 ist der conische Ring C ähnlich geformt, nur bildet sein äußerer Theil einen achteckigen Kranz, um ihn mit einem gewöhnlichen Schlüssel drehen zu können.

In der Einrichtung Fig. 41 und 42 muß in die Röhre A zugleich der Ring B und der Ring C eingeführt werden, wovon der letztere an seinem inneren Ende conisch ist; alsdann werden beide mittelst der Mutter C' auf einander fest gepreßt. In allen Fällen ist die Dichtung um so vollkommener, je fester die Schrauben angezogen werden.

Die Ringe B sind schräg durchschnitten, um Wasser oder Dampf nicht durchzulassen; sie sind mit einem vorspringenden Rande b verstärkt, damit der etwa durch irgend eine Undichtigkeit herausgetriebene Dampf nicht den Heizer ins Gesicht treffe.

Wird ein Rohr undicht, so ist es leicht, dasselbe durch Lösen der Schrauben und Ringe frei zu machen und dann zu entfernen.

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