Titel: Anwendung des schwefelsauren Eisenoxyds statt Salpetersäure in der Bunsen'schen Batterie; nach A. Bacco.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 160/Miszelle 2 (S. 75–76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj160/mi160mi01_2

Anwendung des schwefelsauren Eisenoxyds statt Salpetersäure in der Bunsen'schen Batterie; nach A. Bacco.

Bei der gewöhnlichen Einrichtung des Bunsen'schen Apparates wird der aus der Zersetzung des Wassers hervorgehende Wasserstoff bekanntlich auf seinem Wege zur negativen Elektrode durch Salpetersäure oxydirt, wobei aus letzterer salpetrige Säure entsteht, |76| die, nachdem sie sich bis zu einem gewissen Grade in der Salpetersäure angesammelt hat, zum Theil als Gas abdunstet und sehr unangenehm und nachtheilig ist. Um diesem Uebelstande abzuhelfen, hat man statt der Salpetersäure mancherlei andere Körper, z.B. doppelt-chromsaures oder chlorsaures Kali mit Schwefelsäure, salpetersaures Quecksilberoxyd u.s.w., anzuwenden vorgeschlagen, die aber meist zu theuer sind. Bacco hat nun gefunden, daß man die Salpetersäure mit großem Vortheil durch eine Lösung von schwefelsaurem Eisenoxyd ersetzen kann, welche man in folgender Art bereitet:

Man löst gewöhnlichen Eisenvitriol (schwefelsaures Eisenoxydul) in einer hinreichenden Quantität heißen Wassers auf, fügt auf 2 Aequivalente Eisenvitriol 1 Aequivalent Schwefelsäure zu (d. i. auf circa 6 Gewichtstheile Eisenvitriol 1 Gewichtstheil englische Schwefelsäure, damit die zur Bildung von neutralem Eisenoxydsalz erforderliche Quantität Schwefelsäure vorhanden sey, erhitzt die Flüssigkeit zum gelinden Kochen und versetzt sie nach und nach in kleinen Antheilen mit gewöhnlicher Salpetersäure, bis keine rothen Dämpfe mehr erscheinen und das Eisenoxydulsalz vollständig in Oxydsalz verwandelt ist. Sollte ein Ueberschuß von Salpetersäure hinzugekommen seyn, so beseitigt man denselben dadurch, daß man zuletzt noch etwas mit Schwefelsäure vermischte Eisenvitriollösung hinzufügt.

Die so dargestellte Flüssigkeit verwendet man nach dem Erkalten in dem Bunsen'schen Apparat in der Art, daß man die Kohlenelemente mit dieser Flüssigkeit statt mit Salpetersäure umgibt. Bacco hat einen so vorgerichteten Apparat bei galvanoplastischen Operationen benutzt und dabei vorzüglich gute Resultate erzielt, namentlich sehr schöne Kupferniederschläge erhalten. Der an der negativen Kohle freiwerdende Wasserstoff wird hier durch den Sauerstoff des Eisenoxyds oxydirt und das Eisenoxydsalz geht daher nach und nach in Eisenoxydulsalz über. Man sammelt die unbrauchbar gewordene Flüssigkeit und oxydirt sie wieder mit Salpetersäure, worauf sie aufs Neue im Bunsen'schen Apparat verwendbar ist. (Aus Le Technologiste, durch polytechn. Centralblatt, 1861 S. 73.)

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