Titel: Das Aufblühen der Zwiebelblumen in Gläsern zu befördern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 160/Miszelle 10 (S. 160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj160/mi160mi02_10

Das Aufblühen der Zwiebelblumen in Gläsern zu befördern.

Manchem, der Zwiebelblumen, namentlich Hyacinthen, im Zimmer gezogen hat, wird der Fall vorgekommen seyn, daß die Blüthentraube mit den Blättern zugleich emporkommt; die Traube bekommt dann einen Schaft, und die oberen Blüthen entfalten sich zuerst, während die unteren zwischen den Blättern ersticken. Man nennt das in der Hortulanischen Kunstsprache das „Sitzenbleiben“. Die erste Veranlassung dazu ist gewöhnlich die, daß die Zwiebeln zu spät in die Töpfe eingepflanzt oder auf die Wassergläser gesetzt wurden, und dann sogleich, ehe sie sich noch vollständig bewurzelt haben, getrieben werden. Die Blumenzwiebeln, die um Weihnachten blühen sollen, müssen längst bis zu Ende des Septembers in die Töpfe eingepflanzt und dann etwa 10 bis 12 Zoll tief an einer schattigen Stelle im Freien in die Erde eingegraben werden, wo sie bleiben können, bis sich ernstliche Fröste einstellen, dann erst werden sie zum Treiben aufgesetzt. Auf diese Weise bewurzeln sie sich hinlänglich, und es wird nicht fehlen, daß sie einen 8 bis 10 Zoll hohen Blumenschaft treiben und die Blumentrauben gehörigermaßen von unten zu blühen anfangen.

Um aber nicht nur das Aufblühen zu befördern, sondern auch die Blumen zu vergrößern und ihre Farbe feuriger zu machen, empfehle ich folgendes Mittel.

Man fülle eine Glasstasche mit Regen- oder Flußwasser und löse in diesem 8 Loth Salpeter, 2 Loth Kochsalz und 1 Loth Potasche auf. Von dieser Auflösung wird von der Zeit an, wo die Blumenzwiebeln in das Zimmer zum Treiben gebracht werden, jedesmal, wenn sie frisches Wasser (entweder in das Wasserglas, auf welches die Zwiebel gesetzt ist, oder in den Untersetzer, in welchem der Blumentopf steht) bekommen, in dasselbe 10 bis 12 Tropfen gegossen und damit vermischt. Es ist unglaublich, welche gute Dienste dieses Mittel zur Beförderung der Vegetation thut. Sobald aber die Blüthenknospen sich färben und aufbrechen wollen, muß man damit nachlassen, sonst geht die Flor zu schnell vorbei.

Bei allen anderen Blumen, die man im Winter treibt, soll dieses Mittel mit demselben guten Erfolge anwendbar seyn. (Monatsgärtner.)

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