Titel: Ueber Kohlen-Zink-Elemente für Volta'sche Batterien; von E. H. Worlée in Hamburg.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 160/Miszelle 3 (S. 155–156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj160/mi160mi02_3

Ueber Kohlen-Zink-Elemente für Volta'sche Batterien; von E. H. Worlée in Hamburg.

Die Herstellung größerer Zink-Kohlen-Batterien ist, trotz der Billigkeit der jetzt in ausgezeichneter Güte, namentlich von Keiser und Schmidt in Berlin gelieferten geformten Kohlen, noch immer ziemlich kostspielig, weil man, um eine gute Leitung herzustellen, nicht leicht der Hülfe eines Mechanikers entbehren kann. Die gebräuchlichen Verbindungsmethoden durch Kupferringe mit Klemmschraube bei Cylindern, durch massive messingene Klemmen bei Platten, und verschiedene Variationen dieser Art, als Bleiringe, Bleiunterlagen und dergleichen sind mehr oder minder, außer ihrer Kostspieligkeit, sehr dem Oxydiren unterworfen und büßen nach einiger Dauer des Gebrauchs, sehr von ihrer Leitungsfähigkeit ein. Ein sehr altes und wohl allgemein bekanntes Mittel die Ableitung möglichst vollkommen zu machen, ist die galvanoplastische Verkupferung des freien Kohlenendes, welches dann auf eine der erwähnten Weisen mit dem beweglichen Leiter vereinigt wird; vereinfacht oder billiger wird eine Batterie dadurch nicht, wohl aber ist dieses Ziel zu erreichen, wenn man die Kupferschicht etwas stark werden laßt, etwa von der Dicke der Kartenpappe und dann einfach durch Löthung mit dem Kolben, einen Kupferstreifen oder Draht damit verbindet.

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Die Verzinnung und Löthung der Kupferschicht ist äußerst leicht und bequem vorzunehmen, und die Verbindung gewiß eine innigere als irgend eine auf mechanischem Druck beruhende. Will man das Princip der Billigkeit weiter verfolgen, so benutzt man am besten Kupferblechstreifen ebenso am Zinkblock, und verbindet die Enden durch eine aus Draht gemachte federnde Klammer.

Vortheilhaft ist es, ehe man die Kohle am Rande verkupfert, sie einen Zoll breit durch Erhitzen auf einem Blech etwas Wachs einsaugen zu lassen und ebenfalls nach der Löthung alle Metalltheile mit Asphalt-Lack zu überziehen, durch welche Vorsicht es möglich wird, die Kohlen bei Anwendung von Chromkalilösung mit Schwefelsäure, oder verdünnter Schwefelsäure ohne Anwendung einer Thonzelle, Jahre lang zu benutzen, ohne das Kupfer, respective die metallische Leitung erneuern zu müssen. Für Anwendung von Salpetersäure eignet sich die Leitung selbstverständlich nicht; will man durchaus mit dieser Säure arbeiten, so empfiehlt sich am besten, massive Kohlen anzuwenden, welche in der Mitte des freien Endes ein Loch haben, in welches eine keilförmige Messing- oder Kupferschraube eingeklemmt wird, weil diese leichter von Oxyd zu reinigen ist als ein Ring oder selbst eine anzuschraubende massive Klammer.

Sehr bequem macht sich die Verkupferung der Kohlen, wenn man in die Mitte einer flachen Schüssel mit ebenem Boden eine Thonzelle mit Zink stellt und um diese herum 4 oder 5 Kohlen, welche sämmtlich durch einen fest umgedrehten Kupferdraht mit dem in der Thonzelle befindlichen mit verdünnter Schwefelsäure oder Kochsalzlösung umgebenen Zinke verbunden werden. Die Zinkblechrolle macht man möglichst groß, um rasch zu arbeiten, und füllt die Schüssel so weit mit einer gesättigten Kupfervitriollösung, daß die gewünschte Breite des Niederschlags erzielt wird. Die der Thonzelle zugekehrte Seite der Kohle, welche am stärksten mit Kupfer belegt wird, dient dann nach Beendigung der Operation, für die Löthstelle. Eine Batterie aus Kohlencylindern, welche ein durch Gutta-perchastreifen isolirtes amalgamirtes Zinkkreuz enthalten, mit verdünnter Schwefelsäure ohne Thonzelle erregt, liefert einen sehr kräftigen, ziemlich constanten Strom, und ist außerordentlich bequem zu handhaben. Die Herstellungkosten für jedes Element betragen: Glas 3 Sgr., Kohle (5 Zoll hoch, 3 Zoll Durchmesser) 10 Sgr., Zinkkreuz 4 bis 5 Sgr., Kupferstreifen und Arbeitslohn zu 3 Sgr. veranschlagt, im Ganzen 20 bis 21 Sgr. (Böttger's polytechnisches Notizblatt, 1861, Nr. 6.)

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