Titel: Lithiumgehalt der Murquelle in Baden-Baden.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 160/Miszelle 7 (S. 238–239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj160/mi160mi03_7

Lithiumgehalt der Murquelle in Baden-Baden.

Die neueste Analyse der Thermen von Baden-Baden durch Professor Bunsen in Heidelberg hat einen wichtigen Fund zu Tage gebracht, der von unberechenbarem Werth |239| für die leidende Menschheit sowohl als für diesen Curort seyn wird. Bunsen fand nämlich in derjenigen Therme, welche unter dem Namen Murquelle bekannt ist, in 10,000 Theilen Wasser 2,9520 Chlorlithium, eine Quantität wie sie weitaus in keinem Mineralwasser Europa's bis jetzt gefunden wurde. Aus einem Centner des abgedampften Salzrückstandes, zu welcher Quantität etwa 40 Cntr. Steinkohlen erforderlich sind, können nun 9 3/4 Pfd. Chlorlithium bereitet werden, die einen Handelswerth von mehr als 900 fl. repräsentiren. Da das Lithium das beste Lösungsmittel für Harnsteine und Gries ist, zugleich auch ein sehr einflußreiches Heilmittel der Gicht, wie die neuesten praktischen Versuche des Dr. Garrod in London (The nature and treatment of gout and rheumatic gout by Alfred Baring- Garrod, London 1859. Uebersetzt von Eisenmann, Würzburg 1861) darthun, so verdient die Anwendung jener Quelle die höchste Aufmerksamkeit, indem fortan die an jenen Beschwerden leidenden Kranken hier mehr Hülfe zu erwarten haben als in Vichy und Karlsbad. (Beilage zur Allgemeinen Zeitung vom 5. Mai 1861.)

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