Titel: Ueber die Bereitung einer schwarzen unauslöschlichen Tinte; von Dr. L. Elsner.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 160/Miszelle 9 (S. 239–240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj160/mi160mi03_9

Ueber die Bereitung einer schwarzen unauslöschlichen Tinte; von Dr. L. Elsner.

Vor einigen Jahren wurde in der deutschen Gewerbe-Zeitung (1858 S. 406) eine kurze Mittheilung von Jos. Ellis in Brighton veröffentlicht, in welcher ein Verfahren kurz erwähnt wurde, eine unzerstörbare Tinte zum Schreiben anzufertigen, und zwar wurde dazu empfohlen eine Auflösung von Schellack mit Borax in Wasser unter Zusatz einer passenden Menge von reinem Lampenschwarz. Diese Tinte soll, wenn sie trocken ist, allen chemischen Agentien widerstehen und auch durch die Zeit nicht zerstört werden. Der Verf. stellte nach obiger Angabe eine solche Tinte auf folgende Weise dar:

Es wurde in kochendes Wasser so lange Borax eingetragen, als er sich darin auflösen wollte; hierauf wurde zu der kochenden Flüssigkeit so viel brauner Schellack in kleinen Stückchen hinzugethan, als sich gleichfalls darin auflöste. Die beim Erkalten festwerdende braune Salzmasse wurde mit destillirtem Wasser erwärmt, so daß eine concentrirte braungefärbte Lösung erhalten wurde. Mit einem Theile dieser Lösung wurde auf geleimtes Schreibpapier geschrieben, wodurch bräunlich-röthlich gefärbte Züge entstanden; zu einem anderen Theile der obigen Lösung wurde Chromoxyd hinzugemischt und noch zu einem weiteren Antheile feiner Lampenruß. Auch mit den beiden letzten Mischungen wurde auf Schreibpapier geschrieben; nachdem die Schrift völlig getrocknet war, wurden die mit verschiedenen Schriftzügen bezeichneten Papierstreifen eingelegt, die einen in Salpetersäure, die anderen in Salzsäure, noch andere in Königswasser und in Kalilauge, worin sie gegen 6–8 Stunden liegen blieben. Nach Verlauf dieser Zeit wurden die Papierstreifen aus den einzelnen Reactionsflüssigkeiten herausgenommen, mit Wasser abgespült und getrocknet, wobei sich ergab, daß selbst die mit der bloßen braunen Borax-Schellackflüssigkeit geschriebenen |240| Schriftzüge, nachdem sie 6 Stunden in Königswasser gelegen hatten, noch deutlich sichtbar waren. Besonders gut hatten sich die Schriftzüge gehalten, welche mit derjenigen Borax-Schellackflüssigkeit geschrieben worden waren, zu welcher unter Anreiben feiner Lampenruß hinzugesetzt wurde; ebenso hatten die mit der mit Chromoxyd gemischten Borax-Schellacklösung geschriebenen Züge der Einwirkung der starken Säuren widerstanden. Ferner wurden Papierstreifen, mit obigen Mischungen und mit der bloßen Borax-Schellacklösung beschrieben, dem directen Sonnenlichte ausgesetzt, ohne daß irgend eine Veränderung wahrzunehmen war.

Nach diesen Thatsachen scheint die von Ellis empfohlene wässerige concentrirte Schellack-Boraxlösung, mit Lampenschwarz versetzt, wohl geeignet, als eine unauslöschliche Tinte Anwendung zu finden, und zwar vorzugsweise bei Ausfertigung von Documenten etc.

Es bedarf wohl kaum der Erwähnung, daß Schriftzüge, mit einer guten schwarzen gewöhnlichen Galluseisentinte geschrieben, der Einwirkung starker Säuren nicht widerstanden. (Elsner's chemisch-technische Mittheilungen für 1859–1860.)

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