Titel: Zeh's Dampfhemmvorrichtung an Locomotiven.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 160/Miszelle 1 (S. 313–314)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj160/mi160mi04_1

Zeh's Dampfhemmvorrichtung an Locomotiven.

In der Wochenversammlung des österreichischen Ingenieurvereins am 22. December 1860 berichtete Ritter von Grimburg über die von Oberingenieur Zeh an den Locomotiven der Westbahn angebrachte Vorrichtung, mittelst welcher ein Zug durch die Maschine selbst gebremst werden kann (siehe polytechn. Journal Bd. CLVIII S. 154.) Die Vorrichtung besteht aus einfachen Drosselklappen, welche in die Dampfausströmungsröhren eingeschaltet sind und welche vom Führerstande aus mittelst eines gewöhnlichen Reversirhebels gehandhabt werden. Der Sprecher bemerkte, daß der Effect dieser Klappen demjenigen ähnlich sey, den man sonst durch die Manipulation des „Contradampf-Gebens“ zu erreichen suche, und stellte sofort zwischen der Wirkung des Contradampfes und der Klappen eine Parallele auf, indem er die bezüglichen Erscheinungen aus Dampf-Diagrammen ableitete. Es erhellt aus diesen, daß den Klappen die nachtheiligen Folgen des Contradampfes nicht anhängen, als z.B. das Einsaugen von kalter Luft und Kohlentheilen durch das Blasrohr, das Auftreiben des Kesseldruckes durch die eingepumpte Luft und in Folge dessen das plötzliche Fallen desselben bei dem Wiederanfahren der Maschine, das Verreiben der Kolben und Schieber etc. Besonders ließen sich durch die Klappen mit Zuhülfenahme des Regulators und der Steuerung die feinsten Nüancirungen in der Wirkung oder Gegenwirkung der Maschine erzielen. Als Beleg für die praktische Anwendbarkeit derselben führte Ritter von Grimburg die Thatsache an, daß bei Gelegenheit einer Leistungsprobe ein Zug von 6000 Centnern Belastung über ein Gefälle von |314| 1: 100 mit gleichzeitigen Curven von 150 Klafter Radius anstandslos hinabgeführt wurde, ohne daß eine einzige Bremse angezogen worden wäre, wogegen man sich überdieß durch Plomben gesichert hatte. Schließlich erwähnte der Hr. Redner, daß die besprochene Vorrichtung bereits im Auslande Eingang gefunden habe und besonders in Deutschland mit vielem Interesse aufgenommen worden sey.

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