Titel: Darstellung des Farbstoffs aus gewissen Sorten von Rothholz, nach John Dale in Manchester.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 160/Miszelle 10 (S. 318–319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj160/mi160mi04_10

Darstellung des Farbstoffs aus gewissen Sorten von Rothholz, nach John Dale in Manchester.

Dale ließ am 24. März 1860 ein Verfahren in England patentiren, den Farbstoff aus den unter den Namen barwood, camwood und redwood bekannten Hölzern darzustellen. Dasselbe besteht im Wesentlichen darin, daß man die Hölzer mit einer alkalischen Flüssigkeit auszieht, wobei aber ein Ueberschuß des Alkalis sorgfältig vermieden wird, so daß man einen rothen Auszug erhält, während bei Ueberschuß von Alkali der Farbstoff verändert und die Farbe violett wird. Um z.B. barwood nach diesem Verfahren zu behandeln, bringt man eine Tonne desselben in ein geeignetes Gefäß, verschließt dasselbe und treibt durch eine Pumpe 120 Pfund caustische Alkalilauge von 25 Proc. Gehalt, die man vorher mit 500 bis 800 Gallons Wasser verdünnt und zum Kochen erhitzt hat, hindurch. Dabei wird der Farbstoff aus dem Holz ausgezogen und man erhält eine rein rothe Lösung, die man erkalten läßt und dann mit soviel Schwefelsäure versetzt, als zur Sättigung des Alkalis nöthig ist. Der Farbstoff, welcher sich auf Zusatz der Säure niederschlägt, wird von der Flüssigkeit abgesondert und mit etwas Wasser gewaschen. Die zur Ausziehung des Farbstoffs zu verwendende Quantität Alkali ist hier nur beispielsweise angegeben, da sie je nach der Beschaffenheit des Holzes, nämlich je nachdem dasselbe mehr oder weniger säureartige Stoffe enthält, verschieden seyn muß. Camwood, welches mehr Säure enthält, erfordert mehr Alkali, wenn aller Farbstoff ausgezogen werden soll. Der nach dem hier beschriebenen Verfahren dargestellte Farbstoff kann statt der Hölzer, aus denen er dargestellt ist, mit oder ohne Mordant zum Färben verwendet werden, oder man benutzt dazu direct die aus dem Holze gewonnene alkalihaltige Lösung, indem man derselben, nachdem die zu färbende Waare eingebracht ist, eine Säure hinzufügt. (Repertory of Patent-Inventions, December 1860, S. 500.)

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Wir theilen obige Vorschrift mit, obschon wir zu gestehen haben, daß dieselbe uns wenig Vertrauen erwecke. Es scheint uns die Anwendung auch geringer Mengen Alkali bedenklich als wahrscheinlich den Farbstoff verändernd, die Unsicherheit in der Quantitätsangabe vermehrt diese Bedenken, und zweifelhaft scheint uns die Angabe, daß die Lösung durch Schwefelsäurezusatz gefällt werde, da der Farbstoff des Rothholzes in Wasser, ja auch in gesäuertem Wasser, sehr bedeutend löslich ist. Dr. Bolley. (Schweizerische polytechnische Zeitschrift, 1861, Bd. VI S. 64.)

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