Titel: Anwendung der Diamanten zum Drehen, Hobeln etc. von Granit, Marmor und anderen Mineralkörpern; von Hermann, Maschinenfabrikant in Paris.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 160/Miszelle 3 (S. 314)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj160/mi160mi04_3

Anwendung der Diamanten zum Drehen, Hobeln etc. von Granit, Marmor und anderen Mineralkörpern; von Hermann, Maschinenfabrikant in Paris.

Der Patentträger bedient sich zum Drehen, Hobeln u.s.w., überhaupt Bearbeiten von Granit, Porphyr, Marmor u.s.w. derselben Maschinen, welche man für das Drehen, Hobeln u.s.w. des Eisens anwendet, indem er den Dreh- oder Hobelstahl durch einen in eine Messinghülse gefaßten Diamant ersetzt. Er empfiehlt vorzugsweise den schwarzen Diamant seiner größeren Härte und geringeren Kostspieligkeit wegen. Vor dem Fassen wird der Diamant so abgebrochen, daß er scharfe Kanten erhält.

Soll z.B. ein Cylinder oder eine Säule aus Stein auf diese Weise gedreht werden, so wird der Stein zuerst wie gewöhnlich roh bearbeitet und dann zwischen die beiden Spitzen einer Drehbank eingespannt. Durch die scharfe Kante des hierauf angreifenden Diamanten und die entsprechenden Bewegungen der Drehbankspindel und des Supports wird der Stein genau ebenso cylindrisch, wie ein gedrehter gußeiserner Cylinder. Dabei muß man den Diamant ebenso, wie beim Drehen von Eisen den Drehstahl, beständig mit Wasser anfeuchten. Eben so leicht lassen sich Verzierungen an das Arbeitsstück drehen oder gehobelte Arbeiten ausführen; nur muß man für jede einzelne Arbeit denjenigen Diamant aussuchen, welcher der Arbeit entsprechend am günstigsten gebrochen ist. Nothwendig ist, daß die Geschwindigkeit des Arbeitsstücks im Verhältniß zur Fortrückungsgeschwindigkeit des Diamanten groß sey.

Auch Steinsägen, sowohl gerade als Kreissägen, kann man mit Hülfe von Diamanten herstellen, indem man in das Blatt der Säge in gewissen Zwischenräumen abgebrochene Diamanten faßt, welche die Zahne der Säge darstellen. – Patentirt in Frankreich am 3. Juni 1854. (Technologiste, August 1860, S. 602; württembergisches Gewerbeblatt, 1861, Nr. 20.)

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