Titel: Das Aichen eines großen Gasmessers.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 160/Miszelle 3 (S. 394)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj160/mi160mi05_3

Das Aichen eines großen Gasmessers.

Das Leipziger Aichamt hatte am 22. Mai d. J. seit seinem Bestehen zum erstenmale Gelegenheit, seine Thätigkeit bei Aichung eines großen Gasmessers auf außergewöhnliche Weise zu entwickeln. Es wurde nämlich einer der beiden großen, für die Gasanstalt zu Leipzig bestimmten, und von den HHrn. A. Siry Lizars und Comp. in Leipzig gebauten Stationsgasmesser, zu einem Durchlasse von beiläufig 400,000 Kubikfuß Gas in 24 Stunden, geaicht. Dieser Gasmesser wog 110 Ctr. und nach dem Auffüllen mit Wasser etwa 160 bis 170 Ctr. Wegen seiner Last und wegen Mangels an den zum Abladen nöthigen Werkzeugen, als auch zur Verhütung irgend eines möglichen Unfalles, wurde dieser Coloß auf seinem Lager, einem sogenannten Steinwagen, nachdem er vermittelst großer Winden in die erforderliche Wasserwaage gebracht worden war, probirt und geaicht. Das Füllen des Gasmessers nahm einen Zeitaufwand von 1 1/2 Stunden in Anspruch, hierauf wurde der Apparat mit einem Durchlasse von 500 Kubikfuß Luft probirt. Der obengenannten Firma wurde von dem obersten Beamten des Aichamtes die amtliche Mittheilung gemacht, daß das Instrument nicht nur vollkommen richtig befunden wurde, sondern daß es überhaupt nicht genauer hätte registriren können. Dieses Registriren wird durch sieben Zifferblätter bewirkt, welche auf 100, 1000, 10,000, 100,000, 1,000,000, 10,000,000 und 100,000,000 Kubikfuß lauten. Der zweite eben so große Stationsmesser soll, wie man hört, im Laufe der nächsten Woche zur Aichung fertig werden.

Die vorstehend beschriebene Arbeit des Aichens etc. dauerte von Mittags 12 bis Abends 8 Uhr, zu welcher Zeit dann der Gasmesser nach geschehener Anlegung der Plomben nach der Gasanstalt transportirt wurde. (Sächsische Industriezeit., 1861, Nr. 23.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: