Titel: Die neuen Entdeckungen durch die Spectralanalyse.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 160/Miszelle 5 (S. 395–396)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj160/mi160mi05_5

Die neuen Entdeckungen durch die Spectralanalyse.

In der Sitzung der Akademie der Wissenschaften in Wien vom 10. Mai machte Prof. Redtenbacher eine Mittheilung aus einem Briefe von Bunsen über die neuesten durch die Spectralanalyse erlangten Ergebnisse, die das allgemeinste Interesse erregen.

Nicht nur bestätigt sich immer mehr, daß die kleinsten Quantitäten von Alkalien und alkalischen Erden, wie sie bisher nur durch die mühevollsten und zeitraubendsten chemischen Operationen nachgewiesen werden konnten, ja, Mengen, so gering, daß die schärfsten bisher gebräuchlichen Reagentien gegen sie unempfindlich blieben, durch die |396| neue Methode unmittelbar erkannt werden; sie führte überdieß bereits zur Entdeckung von zwei neuen Alkalien, deren Metalle von Bunsen Caesium und Rubidium genannt wurden. Dieselben finden sich stets zusammen mit Kali in verschiedenen Mineralien und besonders auch in Mineralwässern, ihre Salze haben viele Analogie mit jenen des Kaliums, nur der verschiedene Grad der Löslichkeit des Kalium-Platinchlorides im Vergleich desjenigen der analogen Doppelsalze des Caesium und Rubidium boten ein Mittel, sie rein darzustellen. Der Lepidolith (Lithionglimmer) von Rosenau in Mähren enthält bis zu 0,2 Proc. Rubidium; eine etwas größere Menge von Caesium dagegen (6 Gramme des Salzes) hat Bunsen aus dem Mineralwasser von Dürkheim dargestellt, indem er über 700 Eimer desselben zur Trockenheit abdampfte. Das Caesium-Metall verbrennt so wie Kalium im Wasser, indem es mit dessen Sauerstoff sich verbindet, während der Wasserstoff frei wird. Eine besonders auffallende Eigenthümlichkeit desselben ist noch sein außerordentlich hohes Atomgewicht, welches jenem des Goldes gleichkommt.

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