Titel: Verfahren zur Erzeugung von Bronzefarben, von Isaak Brandeis in Fürth.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 160/Miszelle 6 (S. 396)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj160/mi160mi05_6

Verfahren zur Erzeugung von Bronzefarben, von Isaak Brandeis in Fürth.

Die Erfindung des Verfassers, Bronze glanzvoller und mehr dem ächten Golde ähnlich, als es bisher gelang, zu erzeugen, beruht auf folgenden Momenten, die zugleich wegen der Raschheit und Einfachheit der Operationen das bisherige Verfahren gänzlich in den Hintergrund drängen. a) Der Verf. nimmt – anstatt des bisherigen langsamen, nicht fabrikmäßigen Verfahrens, den Chawin (Abschnitt von geschlagenem Plattmetalle) erst zu mahlen, dann zu reiben, 3 bis 4 Tage zu walchen, durch Siebe zu treiben, zu schotteln, sortiren und wieder zu trocknen und dann erst zur Vermehrung des Glanzes mit Fett zu überziehen – gleich Oel oder irgend eine fettige Materie und reibt mit dieser, wodurch alle vorgenannten Proceduren wegfallen. b) Nimmt er, anstatt des bisherigen, oft nicht in gehörigen Quantitäten zu erlangenden Chawins, rohes Kupfer, schmilzt dasselbe mittelst Zusatz von Zink in verschiedenen Compositionen und schlägt es zwischen Häuten dünn, wozu er sich eines einfachen Hammers, durch eine Dampfmaschine bewegt, bedient. Ist das Metall so dünn, daß 1 Pfund ungefähr 700 Fuß bedecken kann, so kommt es in ein Eisendrahtsieb mit Kratzbürste von 10 Maschen auf den Zoll; Olivenöl oder heißes Fett fließt aus einem Hahne, der über dem Siebe angebracht ist. Die zufließende fettige Materie wird mit dem Metalle durch die im Siebe laufende Kratzbürste gehörig vermengt, bis Alles in ein unten angebrachtes Gefäß geflossen ist, woraus es dann in die Reibmaschine, die nebst dem Siebe und Hammerwerke durch Dampfkraft bewegt wird, eingelassen wird. – Weder die Reibmaschine noch das Schlagwerk ist von einer besonders eigenthümlichen Construction. Das Oel verhindert das Unscheinbarwerden der Bronze durch zu feines Reiben (es ist nämlich Thatsache, daß Bronze in bisher üblicher Weise zu lange gerieben, glanzlos und oft gänzlich unbrauchbar wird), da die Friction geringer ist. Der Verf. reibt daher, um grobe Sorten zu erzeugen, 1 1/2, bessere 2 1/4, mittelfeine 3, ganz feine 4 Stunden. Allenfalls überflüssiges Oel wird durch einen starken Druck mit Beihülfe von kochendem Wasser entfernt. (Kunst- und Gewerbeblatt für Bayern, 1861 S. 16.)

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