Titel: Verfahren zur Gußstahlfabrication und zum Umarbeiten alten Stahls, nach C. Cowper in London.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 160/Miszelle 7 (S. 396–397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj160/mi160mi05_7

Verfahren zur Gußstahlfabrication und zum Umarbeiten alten Stahls, nach C. Cowper in London.

a) Gußstahlfabrication.

Erste Mischung.
Schmiedeeisen 700 Gewichtstheile,
weißes Gußeisen 200
Eisenoxyd 100
rothes Blutlaugensalz 8
|397|
Zweite Mischung.
Alter Stahl (alte Feilen, Drehmeißel
oder Federn)

500

Gewichtstheile,
Schmiedeeisen 500
rothes Blutlaugensalz 14
Dritte Mischung.
Alter Stahl 350 Gewichtstheile,
Schmiedeeisen 350
weißes Gußeisen 200
Eisenoxyd 100
rothes Blutlaugensalz 7
Vierte Mischung.
Schmiedeeisen 1000 Gewichtstheile,
Eisenoxyd 75
rothes Blutlaugensalz 28

In diesen Vorschriften kann man das rothe Blutlaugensalz durch die doppelte Menge gelben Blutlaugensalzes ersetzen; ersteres ist aber vorzuziehen, weil es wirksamer ist und auch weil es kein Krystallwasser enthält.

Das Gußeisen kann man in der ersten und dritten Mischung vortheilhaft durch das doppelte Quantum Feineisen ersetzen.

Das angewandte Gußeisen soll weißes seyn, und von wenigstens zwei Sorten, wovon eine Mangan enthält.

Das Schmiedeeisen soll in den möglich kleinsten Stücken angewandt werden, und nicht gleichzeitig körniges mit faserigem. Gutes körniges Schmiedeeisen ist vorzuziehen.

Der alte Stahl soll von guter Qualität seyn, und wird in kleinen Stücken der Mischung zugesetzt.

b) Umarbeiten alten Stahls.

Erste Mischung.
Alter Stahl (alte Feilen, Drehmeißel oder Federn) 1000 Gewichtstheile,
rothes Blutlaugensalz 10
Zweite Mischung.
Alter Stahl 1000 Gewichtstheile,
gelbes Blutlaugensalz 20

Sowohl zur Gußstahlfabrication als zum Umarbeiten alten Stahls nach diesem Verfahren werden die angegebenen Mischungen in Tiegeln niedergeschmolzen, nachdem die Ingredienzien vorher so vollständig als möglich gemengt worden sind. Der alte Stahl, wie auch das Schmiedeeisen und Gußeisen, werden vorher in kleine Stücke zerbrochen; das Blutlaugensalz wird in der ganzen Masse gleichförmig vertheilt. Zum Schmelzen verwendet man sehr reine Kohks, mit einem Zehntel Holzkohlen gemengt, und benutzt einen gewöhnlichen Windofen. Die Tiegel muß man luftdicht geschlossen halten, bis die Metalle vollständig in Fluß kommen, und das Feuer muß mit den gewöhnlichen Vorsichtsmaßregeln reguliren werden. Als Tiegel benutzt man die allgemein zum Stahlschmelzen gebräuchlichen. Tiegel von Graphit sind vorzuziehen, nachdem sie aber für zwei auf einander folgende Operationen gebraucht wurden, muß man das Verhältniß des Blutlaugensalzes etwas vergrößern. (Als Mittheilung patentirt in England am 7. September 1860. – Aus dem London Journal of arts, Mai 1861, S. 281.)

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