Titel: Verwendung von Zinkoxyd statt Bleioxyd bei der Fabrication des Glases, nach W. C. Newton.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 160/Miszelle 8 (S. 397–398)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj160/mi160mi05_8

Verwendung von Zinkoxyd statt Bleioxyd bei der Fabrication des Glases, nach W. C. Newton.

Das Verfahren, welches der Genannte sich am 7. Mai 1860 als Mittheilung in England patentiren ließ, besteht im wesentlichen darin, daß zur Fabrication des Glases |398| statt des Bleioxyds Zinkoxyd angewendet wird. Das Zinkoxyd wird mit der Kieselsäure und einem Alkali in gewöhnlicher Art und in ungefähr demselben Mengenverhältnisse wie das Bleioxyd bei dem gewöhnlichen Flintglas vermischt, die Mengenverhältnisse können jedoch erheblich variiren. Das Schmelzen der Masse und die Verarbeitung des fertigen Glases findet in gleicher Weise wie beim gewöhnlichen Flintglas statt. Die Vortheile der Benutzung von Zinkoxyd bestehen namentlich darin, daß dasselbe wohlfeiler ist wie Bleioxyd, daß man dieses Oxyd leichter im ziemlich reinen Zustande erhalten und folglich ein schöneres Glas damit erzeugen kann, daß die Glasmasse weniger Zeit zur Läuterung erfordert, und daß das mit Zinkoxyd erzeugte Glas eine stärkere Hitze aushält. Neben dem Zinkoxyd wird als entfärbendes Material etwas Nickeloxyd zugesetzt. Das mit Zinkoxyd bereitete Glas fällt nämlich nach dem wiederholten Füllen der Häfen gelblich aus, was eine Folge davon ist, daß unvermeidlich jedesmal etwas Glasmasse in den Häfen zurückbleibt. Wenn dieser Fehler sich einstellt, fügt man dem Glassatz etwas Nickeloxyd, und zwar 1/2 bis 3/4 Unze auf je 600 Pfd. Zinkoxyd, hinzu, was den Erfolg hat, daß das Glas farblos wird. Man kann jedoch auch gleich bei dem ersten Füllen der Häfen etwas Nickeloxyd zusetzen. (Repertory of Patent-Inventions, Febr. 1861, S. 104; polytechnisches Centralblatt, 1861 S. 621.)

Der Optiker Maës in Clichy bei Paris hatte auf die Londoner Industrie-Ausstellung zinkhaltige Krongläser geliefert, welche 14 Proc. Zinkoxyd und 4 Proc. Bleioxyd enthielten und als die besten gerühmt wurden; man s. polytechn. Journal Bd. CXXXI S. 235.

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