Titel: Künstlicher Bimsstein für Tischler; von Dr. Sauerwein.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 160/Miszelle 9 (S. 398)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj160/mi160mi05_9

Künstlicher Bimsstein für Tischler; von Dr. Sauerwein.

Unter dem Namen „künstlicher Bimsstein“ wird von einem Hrn. Worbes in Berka bei Weimar eine Masse zum Schleifen des Holzes verfertigt. Zur bequemeren Handhabung ist dieselbe auf kleine quadratische Bretchen, und zwar in einer Dicke von etwa 2/3 Zoll aufgetragen, und haben solche Stücke eine Größe von etwa 2 Quadratzoll. Sie eignen sich zu dem angegebenen Zwecke weit besser, als gewöhnlicher Bimsstein, da dieser leicht zerbröckelt, was bei jener Masse nicht der Fall ist.

Einer angestellten Untersuchung zufolge scheint dieser „künstliche Bimsstein“ nichts anderes zu seyn, als fein pulverisirter Bimsstein mit Leimlösung angemengt. Es wurden danach Versuche angestellt, die Masse nachzumachen, wobei sich herausstellte, daß es wesentlich ist, nicht zu viel Leim und die Lösung nicht zu verdünnt anzuwenden, da die Masse sonst zu hart wird und der Stein beim Schleifen sich glatt reibt, also das Holz nicht angreift. Ein Verhältniß von 3 bis 4 Theilen Leim, in der 10fachen Menge Wassers aufgelöst, auf 100 Theile fein gepulverten Bimsstein erwies sich als das zweckmäßigste. Die Masse darf jedoch nicht in der Wärme getrocknet werden, da sich der Leim sonst nach der Oberfläche zieht und diese zu hart wird; es ist vielmehr zweckmäßig, die Leimlösung warm anzuwenden, die Masse nach dem Anmengen gelinde zu pressen und dann an der Luft trocknen zu lassen. Zu starker Druck muß vermieden werden, da der Stein sich sonst gleichfalls glatt reibt, ohne das Holz anzufassen. Unter Beobachtung der angegebenen Vorsichtsmaßregeln wird eine Masse erhalten, die dem „künstlichen Bimsstein“ sich gleich verhält. (Monatsblatt des hannoverschen Gewerbevereins, 1861 S. 21.)

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