Titel: Photographisches Bedrucken der baumwollenen, wollenen, seidenen etc. Gewebe, sowie des Holzes, Marmors und anderer Flächen; von Dreyfus und Werth in Paris.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 160/Miszelle 3 (S. 463)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj160/mi160mi06_3

Photographisches Bedrucken der baumwollenen, wollenen, seidenen etc. Gewebe, sowie des Holzes, Marmors und anderer Flächen; von Dreyfus und Werth in Paris.

Die Fläche, auf welcher man operiren will, wird nach einander mit drei Bädern von der unten angegebenen Zusammensetzung getränkt. Man muß besorgt seyn, nur genau denjenigen Theil zu tränken, welchen man für die Einwirkung der Sonnenstrahlen empfindlich machen will, was man erzielt, indem man als Behälter der Flüssigkeiten eine Schale von geeigneter Form anwendet; ferner muß man nach jedem Bade den Zeug etc. trocknen lassen.

Erstes Bad. 10, 20 oder 30 Gramme einer gesättigten Auflösung von Kochsalz in Wasser (je nach der beabsichtigten Intensität des Effects), gemischt mit 100 Grm. destillirtem Wasser.

Zweites Bad. Salpetersaures Silber, 5, 10 oder 15 Grm.; destillirtes Wasser, 100 Grm. Das Verhältniß des salpetersauren Silbers richtet sich darnach, ob der Zeug mehr oder weniger weiß ist; so wendet man für hell gefärbte Seide 10 Proc. Silbersalz an, für dunkel gefärbte 15 Proc.

Wenn die Fläche nach dem zweiten Bade getrocknet worden ist, legt man sie auf eine Glastafel von 5 bis 15 Millimeter Dicke, dann bringt man auf ihr die zu reproducirenden Muster an, oder die Gegenstände, deren Zeichnung man aussparen will. Hernach bedeckt man das Ganze mit einer zweiten durchsichtigen Glastafel, welche man auf die erste mittelst vier Schrauben andrückt, so daß die Fläche gut geebnet wird, und setzt das Ganze 5–60 Minuten der Einwirkung des Lichtes aus, je nach der Witterung. Je nachdem das Gewebe oder die Fläche, worauf man operirt, mehr oder weniger stark gefärbt ist, exponirt man die obere Glastafel im Schatten oder an der Sonne. Die untere Glastafel kann man durch eine polirte und ebene Tafel von irgend einem Material ersetzen. Nach beendigter Belichtung nimmt man die zwischen den beiden Glastafeln exponirte Fläche heraus, und um die Nüancen zu fixiren, bringt man sie in folgende Lösung, welche das dritte Bad bildet.

Drittes Bad. Krystallisirtes unterschwefligsaures Natron, 10, 20 oder 30 Grm.; destillirtes Wasser, 100 Grm. Die Menge des anzuwendenden unterschwefligsauren Natrons, sowie die Dauer des Eintauchens, hängen von der Stärke der beabsichtigten Nüancen ab. Nach dem Herausnehmen aus dem Bade wascht man das Gewebe oder die Fläche in Regenwasser und trocknet sie. Sollte zufällig die Nüance zu dunkel geworden seyn, so könnte man sie in einem Bade von Cyankalium beliebig heller machen. (Cosmos, Mai 1861, t XVIII p. 487.)

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