Titel: Verfahren zum Formen und Gießen der Hartwalzen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 162, Nr. XCV. (S. 351–352)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj162/ar162095

XCV. Das Formen und Gießen der Hartwalzen von der Gesellschaft John Cockerill.

Aus Armengaud's Génie industriel, October 1861, S. 223.

Mit einer Abbildung auf Tab. V.

Beim Gießen von Hartwalzen geschieht es nicht selten, daß die Schale springt, indem die Wärmeübertragung nicht in allen Theilen gleich schnell stattfindet, und die Schale sich nicht so rasch erhitzt als das geschmolzene Metall einfließt.

Die Gesellschaft John Cockerill hat diesem Uebelstand dadurch vorzubeugen gesucht, daß sie dem Gusse ein Anheizen der Außenfläche der Schale vorausgehen läßt. Dieses Anheizen, welches sehr gute Resultate liefert, wird dadurch bewirkt, daß man um die Schale einen Mantel aus Gußeisen von gewisser Dicke gießt, was eine fast gleichzeitige Erhitzung des Inneren und des Aeußeren der Form, welche den Guß aufnehmen soll, zur Folge hat; die Ausdehnung der Schale erfolgt also in gleichmäßiger Weise. Bei diesem Verfahren bleibt natürlich die geschmolzene Masse länger flüssig; die Molecüle derselben legen sich daher dichter an einander und es entstehen seltener Blasenräume; die abgedrehte Walze hat demnach ein besseres Ansehen.

Figur 6 stellt die angewandte Vorrichtung im Durchschnitt nach der Achse der Walze dar.

Die Eingußröhre E steht mit dem unteren Theil der Form durch das horizontale Rohr G in Verbindung, welches in die Form des unteren Zapfens einmündet.

Nachdem die Form in der erwähnten Weise vorläufig angewärmt ist, kann der Guß mit einer gewissen Langsamkeit ausgeführt werden, damit die Luft ohne Aufkochen oder Verspritzen durch die Windpfeifen entweicht.

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Die Schale B besteht aus zwei halbcylindrischen Theilen, welche in die Sandform D dergestalt eingesetzt sind, daß ein ringförmiger Raum C um die Schale frei bleibt, in welchen man eine Schicht Eisen eingießt. Die Schale ist oben und unten mit zwei Kasten versehen, in welchen die Walzenzapfen eingeformt sind.

Das Ganze steht in einer Dammgrube, welche mit Sand ausgestampft ist. Die oben mit einem Trichter F versehene Eingußröhre E erhebt sich mit demselben noch über das Niveau des obern Zapfens und sichert dadurch die vollkommene Füllung der Form. (Patentirt in Belgien am 26. Juli 1859.)

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