Titel: Resultate neuer Forschungen über die Metallamalgame und über den Ursprung ihrer chemischen Eigenschaften; von J. Regnauld.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 162/Miszelle 2 (S. 74–75)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj162/mi162mi01_2
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Resultate neuer Forschungen über die Metallamalgame und über den Ursprung ihrer chemischen Eigenschaften; von J. Regnauld.

Jedesmal, wenn ein Metall amalgamirt wird, hat das Amalgam einen anderen Platz in der Spannungsreihe, als das Metall vorher.

Findet bei der Vereinigung des Quecksilbers mit dem Metalle Temperaturerniedrigung statt, d.h. hat das Amalgam eine größere Constitutionswärme als das Metall, so steht das Amalgam in der Spannungsreihe höher als das Metall, ersteres ist dann positiver. Bildet sich das Amalgam unter Erhitzen, so ist dasselbe negativer als das Metall.

Zink, Blei, Zinn amalgamiren sich unter Temperaturerniedrigung, und Eisen, Zink, Kupfer-Nickel, Zinn, Blei-Kobalt, Antimon, Wismuth werden durch Amalgamiren positiver. Bei den ersten drei Metallen, wo man die Temperatur messen kann, weil sie sich beim bloßen Contacte mit Quecksilber vereinigen, stellt sich heraus, daß jenes Positivwerden mit einer Zunahme an Constitutionswärme verbunden ist: es mag bei den übrigen sich ebenso verhalten.

Die Amalgame von Kalium, Natrium und Cadmium, die unter starkem Erhitzen sich bilden, sind negativer als die Metalle.

Die Vermuthung, daß bei den Metallen Eisen, Nickel, Kobalt, Antimon, Kupfer, Wismuth aus demselben Grunde die Amalgame positiver sind als das Metall, wird unterstützt durch die latenten Schmelzwärmen und das chemische Verhalten derselben, wie sich aus folgender Tabelle ergibt, denn es ist die latente Schmelzwärme für

Eisen 74,171 ber.
Nickel 55,397 ber.
Kobalt 51,633 ber.
Zink 28,130 gef.
Zinn 14,252 gef.
Antimon 12,455 ber.
Kupfer 33,881 ber.
Blei 5,369 gef.
Wismuth 12,640 ber.

Die drei ersten Metalle haben zum Quecksilber eine fast ebenso große Verwandtschaft als das Zink, und da ihre latente Schmelzwärme größer ist als die des Zinks, so ist die Zunahme der positiven Verwandtschaft der Amalgame eine Folge der in letzteren angehäuften Wärme.

Die elektro-chemischen Eigenschaften der amalgamirten Metalle, die unter dem Zinke stehen, erklären sich aus denselben Principien. Denn wenn einerseits die Schmelzwärme der Metalle im Allgemeinen niedriger ist als die des Zinks, so vereinigen sie sich andererseits mit so geringer Verwandtschaft mit dem Quecksilber, daß die Bildung der Legirung, wie man es beim Blei und Zinn nachweisen kann, von einer Temperaturerniedrigung begleitet wird. (Comptes rendus, t. LIII p. 533.)

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