Titel: Verfahren, den Zinnoxydgehalt des zinnsauren Natrons zu bestimmen; von Th. Goldschmidt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 162/Miszelle 6 (S. 76–77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj162/mi162mi01_6
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Verfahren, den Zinnoxydgehalt des zinnsauren Natrons zu bestimmen; von Th. Goldschmidt.

In Bezug auf den hohen Preis des Zinns, die vielfache Anwendung des zinnsauren Natrons in der Färberei und Druckerei, und die Leichtigkeit, mit welcher dieser Körper verfälscht werden kann, erscheint eine Methode, nach welcher man den Gehalt an Zinnoxyd darin leicht und sicher bestimmen kann, als besonders wichtig. Man hat mehrere maaßanalytische Methoden zu diesem Zweck vorgeschlagen, der Verfasser hat aber keine derselben für anwendbar gefunden, in welchem Sinne sich auch bereits Mohr ausgesprochen hat. Der Verfasser empfiehlt daher eine Bestimmung dem Gewichte nach, wobei die Eigenschaft des Zinnoxyds, aus seinen neutralen Lösungen durch Glaubersalz (schwefelsaures Natron) vollständig niedergeschlagen zu werden, benutzt wird. Man nimmt 2 Grm. des zinnsauren Natrons, löst sie in 60 Kubikcentim. warmen Wassers und schlägt mit 40 Kubikcentim. verdünnter Schwefelsäure (40 Grm. Säure auf 1 Liter Wasser) nieder; es entsteht schwefelsaures Natron, und Zinnoxyd wird abgeschieden. Die Flüssigkeit reagirt sauer, und wie auch das zinnsaure Natron beschaffen seyn mag, das Zinnoxyd schlägt sich vollständig daraus nieder. Um sich zu versichern, daß kein Zinn mehr gelöst ist, prüft man die filtrirte Flüssigkeit mit Schwefelwasserstoffgas oder mit concentrirter Glaubersalzlösung, wobei kein Niederschlag entstehen darf. Nach 12 bis 24 Stunden fügt man warmes Wasser hinzu, läßt den voluminösen Niederschlag von Zinnoxyd sich absetzen, wäscht ihn 3 bis 4mal durch Decantiren aus, bringt ihn dann auf ein Filter und setzt das Auswaschen so lange fort, bis die ablaufende Flüssigkeit durch eine Auslösung von Chlorbaryum nicht mehr getrübt wird. Man trocknet den Niederschlag, verbrennt das Filter, glüht das Zinnoxyd mit der Filterasche in einem Porzellantiegel und wägt. Diese Methode ist so einfach, als eine Gewichtsanalyse seyn kann, und vollkommen genau, wenn man dafür sorgt, den Niederschlag von Zinnoxyd vollkommen auszuwaschen. In den verschiedenen Sorten von zinnsaurem Natron, welche der Verfasser untersucht hat, fand er nach diesem Verfahren von 22 bis 45 Proc. Zinnoxyd, wonach der Werth der Producte im Verhältniß von 1 zu 2 variirt. (Bulletin de la Société industrielle de Mulhouse, März 1861, S. 124: polytechnisches Centralblatt, 1861 S. 830.)

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