Titel: Ueber freiwillige Zersetzung des Chlorkalks.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 162/Miszelle 10 (S. 157–158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj162/mi162mi02_10
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Ueber freiwillige Zersetzung des Chlorkalks.

In der Versammlung des Vereins für Gewerbfleiß in Preußen, im Monat Juni d. J., brachte Hr. Dr. Kunheim einen Fall von freiwilliger plötzlicher Zersetzung des Chlorkalks zur Sprache. Zuerst hatte der Professor Hofmann in London eine solche Erscheinung beobachtet34), indem in einer Flasche mit Chlorkalk, die zu einer Sammlung von Chemikalien gehörte, eine Explosion entstand. In der Fabrik des Hrn. Vortragenden wurde am 3. d. M. Morgens ein Faß mit Chlorkalk auseinander getrieben gefunden; der Raum, in welchem es stand, war derart mit Chlorgeruch erfüllt, daß man auf eine stattgefundene Zersetzung des Chlorkalks hingewiesen wurde. Eine vorläufige Untersuchung ergab auch, daß der vorhandene Kalk kaum noch 4 Proc. Chlor enthielt, während er zuvor noch 33 Proc. hatte. Von besonderer Heftigkeit schien die Zersetzung oder Explosion nicht gewesen zu seyn, da sie weiter keinen Schaden angerichtet hatte. Eine Ursache derartiger Explosionen ist bis jetzt nicht bekannt; umfassende Untersuchungen sind darüber eingeleitet, über deren Resultat später berichtet werden soll. Da jedoch die Möglichkeit solcher Explosionen nun constatirt ist, so sey bei der Aufbewahrung des Chlorkalks jedenfalls Vorsicht nöthig. Hr. Philipp erwähnte, daß von Barreswil 35) neuerdings auf die Notiz von Prof. Hofmann vorgeschlagen worden sey, um dergleichen Explosionen zu verhindern, den Chlorkalk fein zu zerreiben und ihn stark zusammen zu pressen, was aber wirkungslos erscheint, da, wie Hr. Dr. Kunheim angab, der Chlorkalk bereits als feines Pulver in den Tonnen festgestampft werde. (Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des Gewerbfleißes in Preußen, 1861 S. 174.)

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Polytechn. Journal Bd. CLVIII S. 23.

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Polytechn. Journal Bd. CLIX S. 398.

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