Titel: Dove's Verfahren der Photometrie mittelst des Mikroskops.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 162/Miszelle 4 (S. 154–155)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj162/mi162mi02_4

Dove's Verfahren der Photometrie mittelst des Mikroskops.

In der Versammlung des Vereins für Gewerbfleiß in Preußen, welche im Mai d. J. in Berlin stattfand, machte Hr. Professor Dove Mittheilung eines von ihm aufgefundenen Verfahrens der Photometrie mittelst des Mikroskops. Die bisherigen Methoden beruhen entweder auf Vergleichung von Schatten, wie die Rumford'sche, oder von hellen Linien, wie die Wheatstone'sche, welche keine genauen Resultate geben. Das Compensationsverfahren von Bunsen findet auf Farben und schwache Lichtquellen keine Anwendung, eben so wenig das von Arago auf Polarisation gegründete.

Das von dem Vortragenden angegebene Verfahren kann auf helle und schwache Lichtquellen, eben so auf verschiedenartige, sowohl durchsichtige als undurchsichtige Körper angewendet werden. Die mikroskopische Photographie einer Schrift auf Glas erscheint nämlich bei Betrachtung durch das Mikroskop dunkel auf Hellem Grund, wenn die Beleuchtung von unten stärker als von oben, hingegen hell auf dunklem Grund, wenn die Beleuchtung von oben stärker als die von unten ist. Bei Gleichheit der Beleuchtung verschwindet die Schrift. Zur Vergleichung verschiedener Flammen werden diese von dem Spiegel des Mikroskops entfernt, bis die gleichbleibende Beleuchtung von oben das Verschwinden der Schrift bewirkt, wodurch das Helligkeitsverhältniß aus der Entfernung sich ergibt. Für durchsichtige farbige Körper, z.B. Gläser, wird die Oeffnung im Tisch des Mikroskops durch diese Gläser von unten so verdeckt, bis die Compensation erhalten |155| wird. In gleicher Weise werden undurchsichtige Körper verschiedener Farbe verglichen, indem das von ihnen unter schiefer Incidenz einfallende Licht mit dem von oben eintretenden compensirt wird. Um die Helligkeit verschiedener Stellen eines abgeschlossenen Raumes, z.B. eines Zimmers zu bestimmen, wird das Mikroskop, dessen Spiegel gegen den Himmel gerichtet ist, so weit von dem Fenster entfernt, bis das Gleichgewicht der oberen und unteren Beleuchtung hergestellt ist. Um die von unten eintretende Beleuchtung beliebig zu schwächen, kann man unter das Object ein Nicolsches Prisma einsetzen und ein hinten drehbares in das Ocular. Die zu photographischen Darstellungen erforderliche Helligkeit und die Lufteffecte verschiedener Farben bei der Glasmalerei, der Zimmerdecoration u.s.w., wozu es bisher an einem Maaßstabe fehlte, lassen sich auf diese Weise bestimmen. Durch Experimente machte der Vortragende die überraschende Genauigkeit solcher Prüfungen anschaulich. (Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des Gewerbfleißes in Preußen, 1861 S. 171.)

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