Titel: Ueber den Einfluß des Windes auf den Barometerstand.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 162/Miszelle 5 (S. 155)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj162/mi162mi02_5

Ueber den Einfluß des Windes auf den Barometerstand.

Hr. Montigny hat der königl. Akademie in Brüssel die Resultate seiner Untersuchungen über den Einfluß des Windes auf das Gewicht der Atmosphäre vorgelegt. Er bemerkt, daß das Barometer im Allgemeinen am tiefsten steht, wenn der Wind sehr stark geht. Er suchte zu ermitteln, ob diese Druckverminderung von der directen Wirkung des Windes auf das Barometer herrühre, oder ob der Zusammenhang dieser Erscheinungen nur scheinbar und die Folge einer einzigen Ursache sey, die sowohl auf die Windverstärkung wie auf das Sinken des Barometers wirke. Um auf die wahre Theorie zu kommen, verglich er die Höhen zweier Orte, wie sie aus den gleichzeitig an beiden Orten bei schwachem und bei starkem Winde beobachteten Barometerständen folgen. Auch verglich er die Veränderung des Barometerstandes während der Stürme mit den Veränderungen in der Windgeschwindigkeit.

Aus diesen Beobachtungen zieht er den Schluß, daß atmosphärische Ströme das Barometer um so mehr zum Fallen bringen, je heftiger sie sind. Hieraus wird man den niedrigen Stand des Barometers an gewissen Orten erklären können, vielleicht auch da, wo die Passatwinde herrschen, unter der Bedingung, daß man sowohl den oberen, wie den unteren Luftstrom berücksichtigt.

Hr. Montigny zieht folgende Schlüsse aus seinen Beobachtungen:

1) Der Höhenunterschied von zwei einander nahe gelegenen Orten, wenn derselbe aus den Barometerständen zur Zeit wo kein Wind oben oder unten in der Atmosphäre herrscht, abgeleitet wird, weicht wahrscheinlich wenig von der Wahrheit ab.

2) Die Höhe von entfernten Orten, welche auf derselben Ebene oder nahe an derselben Verticalen liegen, wie sie abgeleitet wird aus barometrischen Messungen während des Windes, weicht im Allgemeinen von der Wahrheit ab; die Abweichung wächst oft mit der Windstärke oder wechselt mit der relativen Stärke der Winde an beiden Orten.

3) Abweichungen in den Höheunterschieden mancher Orte, wenn dieselben aus Barometerbeobachtungen unter dem Einfluß verschiedener Winde hergeleitet werden, sind zum Theil der Wirkung der verschiedenen Windstärke zuzuschreiben.

4) Die stündlichen Correctionen, welche correspondirende Beobachtungen bei der Höhenmessung mittelst des Barometers nöthig machen, werden wahrscheinlich z. Th. durch die Veränderungen veranlaßt, welche die Windstärke zu den verschiedenen Tagesstunden erleidet. (Mechanics' Magazine, Juli 1861, S. 18.)

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