Titel: Ueber die Gewinnung von reinem Nickel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 162/Miszelle 7 (S. 156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj162/mi162mi02_7

Ueber die Gewinnung von reinem Nickel.

Die Darstellung des Nickels aus sogenannter Speise und Kupfernickel hat S. Cloez vereinfacht, indem er die bekannte Reaction der schwefligen Säure auf Arseniksäure und die vollständige und rasche Ausfällung der entstehenden arsenigen Säure durch Schwefelwasserstoffgas benutzte. Das gepulverte Rohmaterial wird zur Entfernung des Schwefels und des größten Theils des Arseniks geröstet und dann in warmer concentrirter Salzsäure gelöst. Bei unvollständiger Röstung bleibt hierbei am Boden des Gefäßes ein Theil ungelöster Substanz, den man durch Decantiren trennt Zur Flüssigkeit setzt man dann so viel zweifach-schwefligsaures Natron, daß die schweflige Säure im großen Ueberschuß vorhanden ist, erhitzt langsam zum Kochen, um die Reduction der Arseniksäure vollständig zu machen, und verjagt die überschüssige schweflige Säure. Durch die noch lauwarme und saure Flüssigkeit leitet man einen Strom von Schwefelwasserstoffgas zur Fällung des Arseniks, des Kupfers, Antimons, Bleis und Wismuths, läßt während 12 Stunden absetzen, filtrirt ab und verdampft die klare Flüssigkeit, welche außer Nickel nur etwas Kobalt und Eisen enthält, zur Trockne. Der Verdampfungsrückstand gibt mit Wasser behandelt eine klare, fast neutrale Lösung, man setzt ihr etwas Salzsäure und chlorsaures Kali zu oder behandelt sie mit Chlor, wodurch Eisen und Kobalt in Sesquioxyde verwandelt werden, und fällt beide durch kohlensauren Baryt oder kohlensauren Kalk; die Fällung ist in der Siedhitze vollständig.

Die Flüssigkeit enthält gewöhnlich noch genug Schwefelsäure (aus der schwefligen Säure durch die Arseniksäure entstanden), um allen Baryt oder Kalk in unlösliche Sulfate umwandeln zu können, außerdem setzt man Schwefelsäure zu und filtrirt die Sulfate ab. Das Filtrat enthält nur Nickel, man versetzt es mit der Lösung eines kohlensauren Alkalis, filtrirt den Niederschlag ab, wäscht und glüht ihn. Aus dem erhaltenen chemischreinen Nickeloxyd kann leicht Metall dargestellt werden.

Die beschriebene Methode ist auch anwendbar auf die Losung der Speise oder des käuflichen deutschen Nickels in Königswasser oder Salpetersäure; natürlich muß aber in diesem Falle vor Anwendung der schwefligen Säure alle Salpetersäure vertrieben seyn, da außerdem die Fällung des Arseniks, Antimons, Kupfers u.s.w. durch Schwefelwasserstoffgas verhindert wird. (Archiv der Pharmacie, Bd. CLVII S. 310.)

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