Titel: Londoner Ausstellung-Gebäude.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 162/Miszelle 1 (S. 312)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj162/mi162mi04_1

Londoner Ausstellung-Gebäude.

Die Gußwaaren dazu werden in der Staveley Eisenhütte in Derbyshire ausgeführt, deren Eigenthümer, Hr. Barrow, einer der größten Eisenhütten-Besitzer Englands, die Construction und Ausführung selbst überwacht. Die abgelieferten Gußstücke haben sich nach dem Urtheile Sachverständiger als ganz ausgezeichnet gelungen bewährt. Wir finden da 166 runde Säulen für das Haupt- und die Querschiffe, 12'' im Durchmesser, mit einer gleichen Anzahl viereckiger Unterlagspfeiler verbunden; 312 runde 8zöllige Säulen, und 149 viereckige 12zöllige Säulen für die Gallerien, 158 8zöllige und 160 10zöllige Säulen für die Gemälde-Gallerie, und 62 Säulen, um das Dach zu tragen, das die Lichthöfe bedeckt. Würden alle diese Säulen, Ende an Ende, an einander gereiht, so würden sie von dem Ausstellungsgebäude ostwärts bis zu den London-Docks, westwärts bis Kew, nordwärts bis Hampstead, südwärts bis zum Krystallpalast zu Sydenham reichen. Mit den übrigen gegossenen Eisentheilen erhält man ein Gewicht von circa 80000 Centnern.

Die Theile, zu denen Schmiedeeisen verwendet wird, werden von der Themse-Eisen-Gesellschaft geliefert, die auch das gepanzerte Kriegsschiff, den Warrior, gebaut hat. Das Schmiedeeisen wird besonders bei den beiden großen Kuppeln und zu den Dächern verwendet werden. Sein Gewicht wird circa 25000 Ctr. betragen.

Die Ziegeln werden zu Sittingburne in Kent angefertigt, ihre Zahl steigt auf 10 Millionen. Zum Zimmerwerk werden 17000 Ladungen (?) Holz verbraucht. Unterhalb der Gemälde-Gallerie befinden sich 32 Fenster, 16 Fuß hoch, 13 Fuß breit, und 68 Fenster von derselben Höhe, aber nur 7 Fuß Breite. Zur Beleuchtung von oben sind 45000 Quadratfuß Glasfenster bestimmt, für die Seitenbeleuchtung des Schiffes und der Querbaue werden in einer Länge von 1 englischen Meile Rahmen angefertigt. Hr. Ashton wird, ebenso wie beim Ausstellungsgebäude im J. 1851, die Aufstellung und Verbindung der Eisentheile übernehmen. Die Gemälde-Gallerie wird mit Schiefer, die übrigen Gebäude mit Dachfilz gedeckt werden, mit Ausnahme derjenigen Theile, wo man ornamentale Dachdeckungs-Methoden in ihrer Anwendung zeigen will. Der Grund besteht aus einer starken Kieslage, auf der man noch einen Betonschlag gegeben, auf dem nun Ziegelpfeiler, mit Steinplatten abgedeckt, als Träger der Säulen aufgeführt werden. Diese Steinplatten für die großen Pfeiler der Kuppeln wiegen über 20 Ctr.

Für die Aussteller, besonders die Fremden, soll ein besonderes Clubhaus, und ebenso von einer der größten Firmen Londons eine internationale Ausstellungs-Agentur errichtet werden.

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