Titel: Ueber Fabrication der Dachpappe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 162/Miszelle 12 (S. 318)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj162/mi162mi04_12

Ueber Fabrication der Dachpappe.

Dr. Theodorich Plagge in Darmstadt beschreibt die Fabrication der Dachpappe, wie er sie im Nassauischen gesehen, wie folgt: In die mit kochendem Theer gefüllten Kessel werden starke Pappen getaucht, und übereinander geschichtet etwa 5 Stunden darin belassen. Nach dem Herausnehmen werden sie mit grob gepulvertem Granit (mittelst Blechsieb) bestreut und dann an der Luft getrocknet. Innerhalb einer Stunde können 1000 Quadratfuß solcher Dachpappen gefertigt werden. Zwei Arbeiter genügen dazu. Für die Größe der Production von 1000 Quadratfuß per Stunde sind 20 Quadratfuß Heizfläche und 2 bis 3 Quadratfuß Rostraum nöthig. Auf 1 Centner Pappe = 1000 Quadratfuß rechnet man 3 Centner Theer. Der Erwerbszweig ist sehr lucrativ, da der Quadratfuß Dachpappe mit 2 Kreuzer bezahlt wird.

Die Redaction unserer Quelle bemerkt hierzu Folgendes. Von verschiedenen Seiten wurde uns mitgetheilt, daß Versuche, sich selbst den Bedarf an Dachpappen für kleinere Gebäude, Gartenhäuschen u. dergl. durch Eintauchen der trockenen Pappen in siedenden Theer darzustellen, mißglückt seyen, indem es selbst bei wiederholtem Eintauchen der Pappen in den siedend heißen Theer nicht gelungen sey, die ganze Dicke des Pappendeckels mit Theer zu tränken. Die verschiedenen Mittheilungen über die Darstellung der Theerpappen, oder der sogenannten Steinpappen, welche in technischen Journalen erschienen sind, geben gar kein anderes Verfahren an. Es ist deßhalb von Interesse zu bemerken, daß nach einer uns von anderer Seite zugekommenen Mittheilung die Durchdringung der Pappen durch den Theer in folgender Weise erzielt werden kann. Man taucht zunächst, wie dieß gewöhnlich geschieht, die trockenen Pappen in siedend heißen Theer, läßt dann trocknen, und taucht hierauf diese einmal theergetränkten Pappen in siedendes Wasser. Hierdurch soll sich der Theer von der Oberfläche der Pappen nach dem Innern ziehen. Nachdem die Pappen wieder getrocknet sind, werden sie wiederholt in heißen Theer getaucht, und mit feinem Kies, Steinpulver u. dgl. bestreut. (Gewerbeblatt f. d. Großh. Hessen, 1861, S. 209.)

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