Titel: Dampf unter hohem Druck und mit starker Expansion, als Triebkraft.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 162/Miszelle 1 (S. 393)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj162/mi162mi05_1

Dampf unter hohem Druck und mit starker Expansion, als Triebkraft.

Solcher Dampf wird durch Dr. A. W. Williamson und Hrn. Loftus Perkins in London (Mining Journal) zur Anwendung vorgeschlagen. Der Kessel ist aus einer Anzahl enger horizontaler Röhren zusammengesetzt, welche in Seitenständern liegen. Dieselben sind durch verticale Röhren an den Enden verbunden, und gestatten so die Circulation des darin enthaltenen Wassers. Wegen ihrer großen Wandstärke und ihres geringen Durchmessers können sie mit Sicherheit einem ungemein hohen Drucke widerstehen. Einzelne Röhren können leicht ausgeschaltet, und wenn nöthig, reparirt werden, ohne den Betrieb zu beeinträchtigen. Sie dürfen natürlich nur mit sehr reinem destillirten Wasser gespeist werden, indem Absätze von Kesselstein dieselben leicht verstopfen könnten. Die nothwendige Bedingung ist dann aber auch ein Oberflächencondensator, der es erlaubt, allen erzeugten Dampf niederzuschlagen und das reine Wasser wieder zur Speisung zu verwenden. Dieser Condensator besteht aus einem allseitig geschlossenen, stehenden Cylinder, in dem sich eine Anzahl verticaler Röhren befindet, welche das Kühlwasser enthalten. Innerhalb dieser Röhren führt eine centrale enge Röhre das Wasser zu, das dann in dem gebildeten ringförmigen Raume herabsteigt, und so eine ungemein große Kühlfläche bespült. Gegen die gewöhnliche Art Einspritz-Condensatoren wird die ganze Arbeit der Luftpumpe erspart, und dennoch ein gutes Vacuum erhalten. Die Expansion findet in 3 Cylindern statt, die an demselben Balancier arbeiten. Der erste Cylinder mit dem stärksten Drucke und der letzte mit dem geringsten bewirken das Herabgehen des Balanciers. Die drei Cylinder sind mit einem Gehäuse versehen, das mit überhitztem Dampfe gefüllt gehalten wird, um so den Wärmeverlust bei der Expansion auszugleichen.

Die Maschine hat schon mehrere Monate ohne Unfall im Betriebe gestanden. Sie arbeitete mit 500 Pfund Druck (33 Atmosphären?) und 20facher Expansion. Per Pferdekraft und Stunde verbraucht sie 1 1/3 Pfd. Kohlen. (Wochenschrift des schlesischen Vereins für Berg- und Hüttenwesen, 1861, Nr. 47.

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