Titel: Verfahren, bei der Darstellung von Paraffin und flüssigen Leuchtstoffen aus bituminösen Steinkohlen, Torf etc., von W. M. Williams.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 162/Miszelle 12 (S. 398)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj162/mi162mi05_12

Verfahren, bei der Darstellung von Paraffin und flüssigen Leuchtstoffen aus bituminösen Steinkohlen, Torf etc., von W. M. Williams.

Das Verfahren, welches dem Genannten am 5. Januar 1861 in England patentirt wurde, besteht im Wesentlichen darin, daß die Destillation unter höherem Druck als dem einfachen Atmosphärendruck vorgenommen wird, wobei nach Angabe des Patentträgers die Quantität der gasförmigen Stoffe verringert und die der starren und flüssigen Producte vergrößert wird. Der anzuwendende Apparat besteht im Wesentlichen aus einer guß- oder schmiedeeisernen Retorte und einer Vorlage, welche dicht schließend mit einander verbunden werden können. Die Vorlage ist mit einem Sicherheitsventil versehen, durch welches die Gase und Dämpfe entweichen, wenn der Druck eine gewisse Grenze übersteigt. Nachdem die Retorte beschickt ist, werden alle Oeffnungen des Apparats geschlossen, worauf man die Retorte rasch zum Rothglühen erhitzt, und in dieser Hitze erhält, bis keine flüchtigen Producte mehr kommen. Es ist vortheilhaft, bei der Destillation eine stärkere Hitze anzuwenden, als bei der Destillation in gewöhnlicher Manier angewendet wird, weil dabei zugleich eine Verstärkung des im Inneren des Apparates vorhandenen Druckes bewirkt wird. Zur Regulirung des Druckes ist ein Hahn vorhanden, welcher mehr oder weniger geöffnet wird, so daß die Gase mit Heftigkeit daraus entweichen, jedoch nicht in dem Maaße, als sie entstehen, sofort austreten können, und eben deßhalb den Druck im Inneren hervorbringen. Dieser Druck kann etwa 20 Atmosphären betragen. Wird die Hitze und folglich die Gasentwickelung stark, so muß man, damit der Druck nicht zu groß werde, den Hahn mehr öffnen; im umgekehrten Fall muß man, damit der Druck sich nicht zu sehr verringere, den Hahn mehr schließen. Das Sicherheitsventil hat die Bestimmung, zu bewirken, daß der Druck ein gewisses Maximum niemals übersteigen könne. Die Retorten haben am besten die Form stehender Cylinder, und sind am oberen Ende seitlich mit Röhren versehen, durch welche die flüchtigen Producte nach den Vorlagen, die durch Wasser abgekühlt werden, entweichen. Das zu destillirende Material wird in eiserne Körbe gebracht, die man sodann in die Retorten stellt, und nach beendeter Destillation wieder heraus zieht. Bei Anwendung dieser Körbe erfolgt das Beschicken und Entleeren der Retorten sehr rasch, so daß die Operation fast continuirlich geführt werden kann. Die Reinigung der gewonnenen Producte wird in gewöhnlicher Art bewirkt. (London Journal of arts, September 1861, S. 152; polytechnisches Centralblatt, 1861 S. 1434.)

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