Titel: Ueber eine neue Methode der Bleiweißfabrication und über eine Ursache des Vergelbens der Bleiweißanstriche, von Dr. Grüneberg.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 162/Miszelle 7 (S. 395–396)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj162/mi162mi05_7

Ueber eine neue Methode der Bleiweißfabrication und über eine Ursache des Vergelbens der Bleiweißanstriche, von Dr. Grüneberg.

Dr. Grüneberg legt seinem Verfahren, welches er in der Monatsschrift des Gewerbevereins zu Cöln, 1860 S. 193, ausführlich beschrieben hat, das modificirte Woad'sche zu Grunde, indem gekörntes Blei in horizontal um ihre Achse rotirenden sechsseitigen Cylindern von Thon in Bewegung gebracht wird, während gleichzeitiger Einwirkung von Luft, Essigsäure und Kohlensäure, wobei Luft und Kohlensäure durch Oeffnungen im Boden der Cylinder einströmen, Essigsäure und Kohlensäure werden durch die hohle Achse eingeführt.

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Die Bleiweißbildung erfolgt nach dieser Methode binnen acht Tagen, während nach der holländischen Methode dasselbe Gewicht Blei erst nach acht Wochen in Bleiweiß umgewandelt worden ist.

Das fertige Bleiweiß wird mit dünner Bleizuckerlösung aus den Cylindern ausgespült; es bedarf keines Mahlens und keines weiteren Schlämmens; das genau dabei einzuhaltende Verfahren, das Trocknen des fertigen Bleiweißes in Centrifugalapparaten etc. ist in seiner Abhandlung speciell angegeben.

Nach Benson und Wollner wird Glatte mit 1 Proc. Bleizucker versetzt und unter Wasserzusatz und gleichzeitiger Einwirkung von Kohlensäure, welche ausbrennenden Kohks entwickelt wird, in um ihre Achse rotirenden Cylindern von Holz, in Bleiweiß umgewandelt. Dr. Grüneberg setzt der Glätte noch 50 Proc. gekörntes Blei hinzu, wodurch die Deckkraft des fertigen Bleiweißes bedeutend vermehrt wird. Die Glätte muß jedoch völlig frei von Kupfer seyn, denn ein aus kupferoxydhaltiger Glätte angefertigtes Bleiweiß liefert Anstriche, welche sehr bald gelb werden. (Elsner's chemisch-technische Mittheilungen des Jahres 1860–1861. Berlin 1862.)

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