Titel: Anwendung des Kupferchlorids zur Chlorbereitung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 162/Miszelle 5 (S. 448)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj162/mi162mi06_5

Anwendung des Kupferchlorids zur Chlorbereitung.

Hinsichtlich des Vorschlages von Laurens in Ronen, das Kupferchlorid zur Chlorbereitung im Großen anzuwenden,93) gebührt die Priorität Hrn. Professor Dr. August Vogel in München. Am Schlusse seiner Abhandlung über das Kupferchlorür, welche im Jahre 1855 veröffentlicht wurde,94) sagt Vogel:

„Daß Kupferchlorid beim Erhitzen Chlor abgibt und beim Behandeln des Rückstandes mit Wasser Kupferchlorür ungelöst zurückbleibt, ist eine bekannte Thatsache. Es wäre eine technisch wichtige Frage, ob diese Chlorentwickelung für Fabrikzwecke anwendbar gemacht werden könnte. 1 Aeq. vollkommen wasserfreies Kupferchlorid, allmählich bis zum anfangenden Rothglühen erhitzt, liefert 13,8 Chlor, daher 3 Aeq. Kupferchlorid 1 Aeq. Chlor abgeben. Durch Behandeln mit Wasser zerfällt der geglühte Rückstand sogleich in 1 Aeq. lösliches Kupferchlorid und 2 Aeq. ungelöst bleibendes Kupferchlorür. Für die Darstellung des Chlors im Großen auf diese Weise würde es also nur darauf ankommen, daß die Erhitzung des Kupferchlorids einen nicht unverhältnißmäßigen Verbrauch an Brennmaterial erfordert, da das zurückbleibende Kupferchlorür stets durch bloße Berührung der Luft unter Zusatz von Salzsäure wieder in Chlorid übergeht. Aus dem Chlorür bildet sich durch Oxydation an der Luft zunächst CuCl + 3 CuO + 3 aq. und dieses wird durch Salzsäure wieder in 4 Aeq. Kupferchlorid umgewandelt, so daß auf solche Weise in der That der Sauerstoff der atmosphärischen Luft dazu benützt wird, um aus der Salzsäure das Chlor ohne Verbrauch eines anderen Materials abzuscheiden.“

Die Redaction.

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Seite 286 in diesem Bande des polytechn. Journals.

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Gelehrte Anzeigen der k. bayer. Akademie der Wissenschaften, 1855, Nr. 30 u. 31; polytechn. Journal Bd. CXXXVI S. 237.

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