Titel: Verfahren, Fette mittelst Schwefelsäure zu Härten, von G. F. Wilson in Belmont.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 162/Miszelle 9 (S. 450–451)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj162/mi162mi06_9

Verfahren, Fette mittelst Schwefelsäure zu Härten, von G. F. Wilson in Belmont.

Der Genannte ließ sich bereits in den Jahren 1842 und 1843 im Verein mit G. Gwynne ein Verfahren in England patentiren, Fette und Oele durch Behandlung mit Schwefelsäure zu Härten, d.h. weniger schmelzbares Fett daraus zu erzeugen. Er hat nun gefunden, daß dieser Zweck durch viel weniger Schwefelsäure erreicht werden kann, als früher angenommen wurde, wenn zugleich eine hohe Temperatur, und zwar eine solche von etwa 2780 Cels., angewendet wird. Man braucht dann nämlich nur 1/2 oder 1 Pfund, oder höchstens 3 Pfund Schwefelsäure von 1,8 spec. Gewicht auf 1 Cntr. Fett zu verwenden, erreicht also den Zweck wohlfeiler und mit geringerem Verlust. Wilson behandelt nach diesem Verfahren vorherrschend Palmöl, und zwar 6 Tonnen auf einmal, auf welche Quantität dann 70 bis 90 Pfund Schwefelsäure von 1,8 spec. Gewicht verwendet werden, indem man das Palmöl auf 2780 C. erhitzt und bei dieser Temperatur erhält. Das Verfahren ist aber eben so auch bei anderen Fetten anwendbar, und kann auch bei Fettsäuren benutzt werden, obschon es zunächst für unverseifte Fette bestimmt ist. Die Schwefelsäure wird hier nur in solcher Menge angewendet, daß man das Maximum der Härtung mit dem geringsten Verlust erhält. Nachdem das Fett, z.B. Palmöl, auf circa 2780 C. erhitzt ist, läßt man die Schwefelsäure nach und nach langsam |451| dazu fließen, so daß 1 1/2 bis 2 Stunden darauf hingehen. Nach dem Hinzufügen der Säure bleibt das Palmöl drei Stunden lang stehen.

Wenn das so behandelte Palmöl oder sonstige Fett destillirt werden soll, so wird es nachher in den dazu bestimmten Apparat gebracht, und die Destillation in gewöhnlicher Art bei gehörig regulirter Temperatur ausgeführt. Statt das Palmöl nach der Härtung mit Schwefelsäure zu destilliren, kann man es auch mit Kalk verseifen und aus der Kalkseife die Fettsäuren ausscheiden. Auch kann man es nach dem Verfahren von Tilghman (polytechn. Journal Bd. CXXXVIII S. 122) mit bloßem Wasser zersetzen. (Repertory of Patent-Inventions, Januar 1861, S. 18.)

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