Titel: Pisani's Apparat zum Auffinden mehrerer Säuren.
Autor: Pisani,
Fundstelle: 1862, Band 163, Nr. XIV. (S. 62–63)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj163/ar163014

XIV. Beschreibung eines Apparats zum Auffinden mehrerer Säuren; von Pisani.

Aus den Annales des mines, 5me série, 1861, t. XIX p. 477.

Mit einer Abbildung auf Tab. I.

Dieser kleine, in Fig. 28 abgebildete Apparat ist sehr bequem, wenn man Proben im Kleinen macht, und eignet sich daher besonders für Untersuchungen mit dem Löthrohr.

Er besteht aus einer 6 bis 8 Centimeter langen Glasröhre A, an der man mittelst eines Pfropfes die Kugelröhre B befestigt, welche bei C schwach ausgezogen ist. Nur zum Aufsuchen der Oxalsäure verbindet man mit dem Theil C mittelst einer Kautschukröhre den Ansatz D, worin sich Kalihydrat in Stücken zwischen zwei Baumwollbällchen befindet. Ein kleiner Trichter F dient zum Eingießen der Reagentien, welche man in der Kugel B anwendet.

Mittelst dieses Apparats kann man folgende Säuren erkennen:

Kohlensaure Salze. – Man bringt in die Kugel einige Tropfen Kalkwasser und in die Röhre die mit zweifach-schwefelsaurem Kali gemengte Substanz. Man erhitzt und das Kalkwasser wird getrübt. Wenn man ein zweifach- oder anderthalb-kohlensaures Alkali hat, so erhitzt man die Substanz für sich allein. Es ist sogar leicht, gewisse kohlensaure Salze von einander zu unterscheiden; so entbindet die kohlensaure Magnesia sehr leicht Kohlensäure beim Erhitzen mit einer gewöhnlichen Gaslampe, während kohlensaurer Baryt, Strontian und Kalk, sowie der Dolomit keine entbinden; erst nachdem sie sehr stark und lange Zeit erhitzt worden sind, geben die beiden letzteren ein wenig Kohlensäure ab. Der Spatheisenstein und die anderen kohlensauren Metalloxyde liefern hingegen sehr leicht Kohlensäure.

Oxalsäure Salze. – Bekanntlich geben die oxalsauren Salze, mit Schwefelsäure erhitzt, Kohlenoxydgas und Kohlensäure. In meinem Apparat erhitze ich die Substanz mit zweifach-schwefelsaurem Kali, nachdem ich Kalkwasser in die Kugel gegossen und an dem Theil C den (Kalistückchen enthaltenden) Ansatz D angebracht habe; das Kalkwasser trübt sich alsdann, und man entzündet das Kohlenoxyd am ausgezogenen Ende des Ansatzes. Letzterer ist nothwendig, um die Antheile von Kohlensäure zurückzuhalten, welche dem Kohlenoxyd beigemischt bleiben.

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Salpetersaure Salze. – Die Substanz wird mit zweifach-schwefelsaurem Kali erhitzt, und man gießt in die Kugel einige Tropfen schwefelsaures Eisenoxydul, welches sich unter dem Einfluß der salpetrigen Dämpfe rasch bräunt.

Cyanverbindungen. – Um das Cyan zu erkennen, bringt man in die Kugel eine Aetzkalilösung und in die Röhre das Gemenge der Substanz mit zweifach-schwefelsaurem Kali: man erhitzt und es bildet sich so Cyankalium. Man gießt den Inhalt der Kugel in ein Uhrglas, welches mit Salzsäure angesäuertes schwefelsaures Eisenoxydul-Oxyd enthält, und bekommt so Berlinerblau.

Chloride. – Man vermengt die Substanz mit zweifach-chromsaurem Kali, und erhitzt dieses Gemenge mit concentrirter Schwefelsäure: in der Kugel verdichtet sich chromsaures Chromchlorid, welches in Ammoniak gegossen eine gelbe Auflösung von chromsaurem Amoniak gibt. Diese Reaction ist auf die meisten löslichen Chloride anwendbar.

Gemenge von Chloriden und Bromiden. – Man verfährt wie vorher, und constatirt so die Gegenwart des Chlors; um das Brom aufzufinden, stellt man einen besonderen Versuch an.

Bromide. – Man erhitzt dieselben mit zweifach-schwefelsaurem Kali; es entbindet sich Brom, welches sich im krummen Theil der Kugelröhren oder in der Kugel selbst verdichtet. Wenn zugleich sehr wenig Jod vorhanden ist, wie im käuflichen Bromkalium, so bemerkt man in der Röhre seinen violetten Dampf. Fast alle löslichen Bromide geben diese Bromreaction mit dem zweifach-schwefelsauren Kali.

Jodide. – Das frei gemachte Jod erkennt man leicht an der Farbe seines Dampfes.

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