Titel: Ueber die Ergiebigkeit der artesischen Brunnen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 163/Miszelle 7 (S. 78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj163/mi163mi01_7

Ueber die Ergiebigkeit der artesischen Brunnen.

Nach sechsjährigen Anstrengungen ist bekanntlich der von dem deutschen Bohringenieur Kind niedergestoßene artesische Brunnen zu Passy glücklich vollendet worden und liefert in 24 Stunden 20000 Kubikmeter Wasser. Er besitzt 586,5 Meter Tiefe und das Wasser steigt mit 28° C. Wärme auf. In 3500 Meter Entfernung davon befindet sich der schon länger vollendete artesische Brunnen von Grenelle, welcher zeither 900 Kubikmeter Wasser in 24 Stunden lieferte, dessen Ergiebigkeit aber in der Zeit vom September bis zum October (seit Eröffnung des Passy'er Brunnens) auf 460 Kubikmeter gesunken ist. Auch der Brunnen zu Passy gab den ersten Tag 25000 Kubikmeter, und seine Ergiebigkeit hat sich bis auf 20000 Kubikmeter vermindert. Man sucht die Verminderung in einer eingetretenen Versetzung des Greneller Bohrloches mit Sand und in der geringeren Höhe des Austrittspunktes bei dem Passy'er Bohrloche. Beide Bohrlöcher reichen bis in die 50 Meter mächtige Grünsandschicht, welche zwischen der Kreide und dem Jurakalk des Pariser Beckens liegt und zur einen Hälfte aus Thon, zur anderen Hälfte aus Sand besteht. Von letzterem wiegt ein Kubikmeter naß 1600, trocken 2500 Kilogramme, enthält also 333 Liter Wasser, und da die Ausbreitung dieser Schicht 80000 Quadrat-Kilometer beträgt, so ist mindestens keine Gefahr für ein Versiegen dieser beiden artesischen Brunnen vorhanden, wenn auch vielleicht die Hoffnung des Moniteur universel, daß 500 solche Brunnen so reichlich, wie derjenige zu Passy, gespeist werden würden, etwas illusorisch seyn dürfte. (Notizblatt zum Civilingenieur, 1862, Nr. 1.)

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