Titel: Ueber die Gewinnung des sogenannten römischen Alauns aus dem Alaunstein von Tolfa; von Alexander Mitscherlich.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 163/Miszelle 11 (S. 159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj163/mi163mi02_11

Ueber die Gewinnung des sogenannten römischen Alauns aus dem Alaunstein von Tolfa; von Alexander Mitscherlich.

In niederen Schachtöfen, die sehr ähnlich den Kalk- oder Gypsöfen sind, oder in Haufen wird der mehr oder weniger reine Alaunstein bei einer Temperatur der schwachen Rothgluth ungefähr während einer Stunde erhalten, wobei der desoxydirende Theil der Flamme den Alaunstein nicht treffen darf, weil sich sonst Schwefelcalcium bildet. Bei dieser Temperatur entweichen schwefligsaure Dämpfe mit dem Wasser; sobald diese sich stark entwickeln, ist die Operation beendet, und werden dann die an den Oefen oder Haufen angebrachten Zuglöcher an diesen Stellen verschlossen. Die erhitzten Steine werden in große Behältnisse (ausgemauerte Cisternen) gebracht, wo sie bis 3 Monate lang unter freiem Himmel liegen bleiben. Arbeiter halten sie während dieser Zeit stets feucht. Wenn sie sich in eine weiche Masse umgeändert haben, werden sie durch Wasser von 50° C. ausgezogen und aus dieser Lösung wird dann der Alaun gewonnen. Da dieser Alaun stets etwas basisch-schwefelsaure Thonerde enthält, und diese das Krystallisiren des Alauns in kubischen Krystallen bewirkt, so kommt der Alaun von Tolfa häufig in dieser Form vor. Er ist als römischer oder kubischer Alaun im Handel bekannt und wegen seiner Reinheit sehr gesucht. (Journal für praktische Chemie, Bd. LXXXIII S. 482.)

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