Titel: Färbung der Seide mittelst Goldlösung, nach Lapouraille.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 163/Miszelle 12 (S. 159–160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj163/mi163mi02_12

Färbung der Seide mittelst Goldlösung, nach Lapouraille.

Wenn man reines Gold in 1 Th. Salzsäure und 2 Th. Salpetersäure löst, von dieser Mischung etwas mit destillirtem Wasser mischt, und dann die Seidenzeuge hierin einweicht, bemerkt man, Nachdem die Zeuge 10 Minuten in dem Wasser gelegen, dann gerungen und getrocknet sind, erst eine helle strohfarbige Nüancirung, die in den beiden folgenden Tagen keine Veränderung erleidet. Setzt man den Zeug der Sonne aus, so zeigt sich eine stellenweise Färbung, die im Schatten wieder verschwindet. Entfernt man jedoch die freie Säure, nachdem die Zeuge in jener Goldlösung gelegen haben, durch Spülen derselben in reinem Wasser, und breitet sie an der Sonne aus, so färben sie sich |160| bald schön lila. Die Zeit, während welcher die Zeuge der Sonne ausgesetzt werden müssen, richtet sich nach der Jahreszeit, so daß im Sommer oft eine Stunde genügt, während im Winter zuweilen Wochen dazu beansprucht werden. Will man dunklere Nüancen erzielen, so wird die bereits lila gefärbte Seide wiederholt mit verdünnter Goldlösung getränkt und sogleich getrocknet, dann aber erst gespült, worauf man die noch nasse Seide an die Sonne bringt. Papier und Baumwolle geben keine so dunkle Farbe als Seide. Diese Farbe hat die Eigenschaft, an der Sonne und im künstlichen Lichte, sowie durch Alkalien röthlich nüancirt, im Schatten aber bläulich gefärbt zu werden. Die Luft äußert keine Wirkung auf sie. (Sächsische Industriezeitung, 1861 S. 519.)

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