Titel: Entdeckung einer Verfälschung der Traubenweine mit Obstweinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 163/Miszelle 14 (S. 160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj163/mi163mi02_14

Entdeckung einer Verfälschung der Traubenweine mit Obstweinen.

Der durch behutsames Abdampfen von 8 bis 10 Unzen des zu prüfenden Weins erhaltene Rückstand wird zuerst mit Weingeist von 75 Procent ausgewaschen, bis derselbe nichts mehr davon aufnimmt, und daher ungefärbt wieder abläuft. Hierauf wird er mit 3 Drachmen destillirten Wassers Übergossen, nach mehrmaligem Umschütteln das Ganze auf ein vorher naßgemachtes Filter gebracht, und nun in die durchgelaufene Flüssigkeit, die aber durchaus klar seyn muß, einige Tropfen Platinchloridlösung gebracht. Ist Obstwein vorhanden, so entsteht augenblicklich ein Niederschlag von gelbem Chlorplatinkalium. Ist hingegen keiner zugegen, so bleibt die Flüssigkeit klar, oder wenn sich ein geringer Niederschlag zeigt, so löst er sich von selbst in der Flüssigkeit wieder auf. Aus dem Rückstande von Traubenwein nämlich werden durch den Weingeist – bis auf das schwefelsaure Kali und den Weinstein – die etwa noch außerdem vorhandenen alkalischen Salze fortgeschafft, und somit auch die Bedingungen zur Entstehung eines Niederschlags mittelst der Chlorplatinlösung, denn in der Auflösung des Weinsteins wird durch dieselbe kein Niederschlag erzeugt, und das schwefelsaure Kali ist jedesmal in so geringer Menge vorhanden, daß auch hievon kein solcher entstehen kann. Der Verdampfungsrückstand eines Obstweins hingegen oder eines damit versetzten Traubenweins hält selbst nach dem besten Auswaschen mit Weingeist immer eine solche Menge leicht zersetzbarer kalischer Verbindungen zurück, daß in der wässerigen Auflösung desselben, selbst bei einem geringen Obstweingehalte, dennoch eine sehr in die Sinne fallende Reaction von Seiten der Chlorplatinsolution stattfindet. (Morawek's pharmaceutisch-technischer Rathgeber, S. 132.)

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