Titel: Ueber Asphaltirung der Fahrstraßen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 163/Miszelle 2 (S. 154–155)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj163/mi163mi02_2

Ueber Asphaltirung der Fahrstraßen.

Die Asphaltirung der Fahrstraßen kommt in Paris als Ersatz für die stäubende Macadamisirung in Aufnahme. Die in dieser Beziehung von den städtischen Ingenieuren seit zwei Jahren angestellten Versuche sollen befriedigende Resultate ergeben haben. Die Construction ist die folgende:

Der Straßenkörper wird sehr sorgfältig gestampft und in das richtige Profil gebracht, darauf eine Schicht Beton von 0,10 Met. (4 1/6 Zoll) darüber gebreitet und auch diese festgestampft. Der Beton wird mit einer Lage natürlichen Asphaltes in Pulverform bedeckt, und diese Schicht darauf mittelst Walzen bis zur erforderlichen Härte comprimirt. Die ursprüngliche Stärke der Asphaltschicht von 0,07 Met. (3 Zoll) wird durch die Walzen von 1000 bis 1200 Kil. Gewicht auf die Stärke von 0,055 Met. (2 1/3 Zoll) reducirt. Nach dem Wortlaute der Mittheilung wird das Asphaltpulver mäßig erwärmt.

Die Asphaltbedeckung wird in Streifen von etwa 1 Met. Breite, von einem Trottoir zum andern reichend, aufgebracht, die einzelnen Streifen mit Hülfe heißer Eisen verbunden.

Die Minen von Seyssel und Val-de-Travers (nahe Neufchatel) liefern den Asphalt.

Die Compagnie générale des asphaltes übernimmt die Herstellung solcher Asphaltstraßen für den wohl noch sehr zu ermäßigenden Preis von 25 Fr. pro Quadratmeter (17,2 Gr. pro Quadratfuß) unter Unterhaltungs-Verpflichtung auf die Zeit von 5 Jahren. Nach Ablauf dieser Frist muß die Gesellschaft die anfängliche Dicke der Asphaltbedeckung wieder herstellen.

Die in den frequentesten Stadtquartieren hergestellten Probestrecken sollen sehr wenig Unterhaltung nöthig gemacht haben und eine Abnutzung kaum wahrnehmen lassen.

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Als Vorzug der Construction gegenüber den gebräuchlichen Straßenbefestigungsmitteln wird gerechnet, daß die Fahrbahnen sehr reinlich, wenig schallend und weniger glatt sind; dagegen strengen sie die Zugthiere mehr an. (Zeitschrift des hannoverschen Architekten- und Ingenieurvereins, 1861, Bd. VII S. 478.)

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