Titel: Giffard's Injector, zur Wasserhebung angewendet.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 163/Miszelle 4 (S. 155–156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj163/mi163mi02_4

Giffard's Injector, zur Wasserhebung angewendet.

In dem Institut der Maschinen-Ingenieure sprach Wardle aus Leeds über eine eigenthümliche Anwendung des Giffard'schen Injectors, welche auf der Steinkohlengrube Kippax bei Leeds mit befriedigendem Erfolge versucht wurde. Es war daselbst eine Flötzabtheilung abzubauen, welche unter der Hauptwasserstrecke und in großer Entfernung vom Schachte gelegen war, auch nur eine so geringe Ausdehnung besaß, daß sich eine besondere Wasserhebungsanlage nicht bezahlt haben würde, während doch die Wassermenge für die Wasserhaltung per Hand zu beträchtlich war. Man construirte daher einen Injector von der Art, wie sie jetzt so vielfach zur Kesselspeisung angewendet werden, aber von einfachster Gestalt, ohne alle Stellvorrichtung für die Dampf- und Wasseröffnungen, denen man bloß die den gegebenen Umständen entsprechende Weite gegeben hatte. Derselbe wird von einem über Tage aufgestellten und mehr als 1000 Fuß davon entfernten Dampfkessel aus gespeist und die Dampfleitung besteht aus 1 1/2zölligen |156| Gasröhren. Er drückt das Wasser durch eine 300 Fuß lange Röhrentour auf 27 Fuß Höhe. Damit der Dampf, ehe er in den Injector tritt, das Condensationswasser absetzen könne, geht er erst durch ein Gefäß mit selbstthätigem Condensationswasserablaßventil.

Dieser Apparat arbeitet ganz ungestört und unbeaufsichtigt, so lange als Wasser im Sumpfe vorhanden ist; dann wird der Hahn am Dampfrohre beim Kessel zugedreht. Natürlich ist solch eine Anlage nur auf Kohlengruben anwendbar, wo man den Kessel mit dem schlechtesten, sonst gar nicht verwerthbaren Brennmaterial heizen kann; denn an sich ist der Injector eine keineswegs günstige Wasserhebungsvorrichtung. Dagegen bietet er den großen Vorzug, unausgesetzt in Thätigkeit zu bleiben und keiner Reparaturen (wie die Pumpen) zu bedürfen, sogleich in Gang zu kommen und durch den Frost nicht zu leiden.

Man wendet übrigens jetzt dieses Instrument in England auch zum Heben des Kühlwassers für die Düsen der mit heißem Winde arbeitenden Hohöfen an, und benutzt ihn zum Füllen von Wasserbassins, wobei er die Nacht hindurch mit dem Dampfe arbeitet, den man zeither des Abends aus den Dampfkesseln abzulassen pflegte. (Mining Journal) Nr. 1369, vol. XXXI; berg- und hüttenmännische Zeitung, 1862, Nr. 3.)

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