Titel: Kostenlose Einrichtung der Küchenherde für Steinkohlenfeuerung; vom Prof. C. H. Schmidt in Stuttgart.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 163/Miszelle 6 (S. 156–157)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj163/mi163mi02_6

Kostenlose Einrichtung der Küchenherde für Steinkohlenfeuerung; vom Prof. C. H. Schmidt in Stuttgart.

Jeden gewöhnlichen Herd neuerer Construction, bei welchem die Töpfe in die Löcher der Herdplatte versenkt werden, kann man aus sehr einfache Weise zur Steinkohlenfeuerung dadurch vorrichten, daß man die Feuerthüre von innen durch einen Backstein gänzlich zusetzt, zugleich auch die anderen seitlichen Wandungen durch eingesetzte Ziegelstücke so weit zusammenzieht, daß neben dem Roste nur wenig horizontaler Raum frei bleibt, gleichwohl aber das Feuer unter den Töpfen den erforderlichen Spielraum behält. Die Anzündung des Feuers und die Füllung mit Kohle erfolgt dann von oben durch die Löcher der Herdplatte. Unter nur einigermaßen günstigen Umständen wird man durch diese Umänderung, die sich Jedermann ohne alle Kosten selbst machen kann, einen brauchbaren Herd erhalten, welcher im Vergleich zu der früheren Einrichtung eine weit schnellere Wärmeentwickelung und in Folge dessen ein sehr beschleunigtes Kochen veranlaßt. Dieser letztere Umstand, sowie die bedeutende Ersparniß an Brennmaterial dürfte wohl jede Hausfrau die stets in Folge der Steinkohlenfeuerung auftretende größere Unreinlichkeit sehr bald übersehen lassen. Der so vorgerichtete Herd kann auch zugleich zum Erhitzen der Plätteisen benützt werden, und gewährt dadurch für jede Wirthschaft noch eine weitere Bequemlichkeit und Ersparniß.

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Unter sehr ungünstigen Umständen, namentlich bei schwachem Zug, wird man allerdings zu keinem günstigen Resultate gelangen. In jedem Falle wird es aber doch angemessen seyn, wenigstens einen Versuch zu machen, da derselbe ohne alle Kosten anzustellen ist. Die Anwendung stark genetzter Kohlen ist hierbei ganz besonders zu empfehlen, da dieselben eine weit geringere Rauchbildung bewirken, als die Kohlen im trockenen Zustande. (Württembergisches Gewerbeblatt, 1862, Nr. 3.)

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