Titel: Ueber das Verzinnen der Kochgeschirre.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1862, Band 163/Miszelle 9 (S. 158–159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj163/mi163mi02_9

Ueber das Verzinnen der Kochgeschirre.

A. Bobierre hat in diesem Betreff im Auftrage der Gesundheitsbehörde des Departements der unteren Loire eine Untersuchung angestellt, wozu die Vergiftung einer ganzen Familie in Nantes die Veranlassung bot. Ueber die Resultate seiner Untersuchungen hat er eine Broschüre (Études chimiques sur l'étamage des Vases etc. Nantes, V. Mellinet 1860) veröffentlicht, aus welcher der Bulletin de la Société d'Encouragement (October 1856 S. 117) einen Auszug mittheilt. Wir entnehmen demselben als interessant und wesentlich nur Folgendes:

1) Die in Nantes zum Verzinnen angewandte Legirung enthält im Mittel 72 Proc. Zinn; die übrigen 28 Proc. bestehen aus Blei, Zink etc. Der Zinngehalt ist daher oft zu schwach und der Bleigehalt in vielen Fällen übermäßig hoch. Der Zusatz von Zink geschieht theils zur Beförderung der Adhäsion, theils der Ersparniß wegen.

2) Aus den Versuchen des Verfassers geht hervor, daß die Zusammensetzung des Zinnbades sich während des Verzinnens allmählich ändern kann, und daß man, ohne dem Ansehen der Waare zu schaden, Ueberzüge von einem Gehalt von 25 Proc. Zink, 30 Proc. Blei und 45 Proc. Zinn herstellen kann. Ebenso haben die Versuche dargethan, |159| daß möglicherweise aus zinkhaltigen Ueberzügen unter gewissen Umständen solche Mengen Zink aufgenommen werden können, daß sie der Gesundheit nachtheilig sind. Da der Verf. die betreffenden Versuche jedoch direct nur mit Essig und unter Verhältnissen anstellte, welche der Küchenpraxis nicht entsprechen, so entbehren seine Schlüsse vorerst noch der experimentellen Begründung.

3) Da die Vorschriften über die Anwendung von bleihaltigem Zinn, insofern sie den zu erlaubenden Bleigehalt betreffen, sich bis jetzt nur auf ganz aus Zinnlegirung hergestellte Gefäße beziehen, so wäre zu wünschen, daß sie auch auf die Verzinnung eiserner oder kupferner Gefäße ausgedehnt würden. Ueber das hier zu gestattende Maximum des Bleigehaltes gaben die Versuche des Verfassers indessen keinen Anhaltepunkt, und die Sache verdient daher wohl noch eine umfassendere Untersuchung nach verschiedenen Richtungen.

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